Der KI-Boom steht an einem Wendepunkt. In der ersten Phase floss das große Geld fast ausschließlich in Chips, Datenzentren und Rechenleistung. Nvidia Corp. (ISIN: US67066G1040, WKN: 918422) dominierte den Markt, weil moderne KI ohne leistungsstarke GPUs schlicht nicht funktioniert. Jetzt dreht sich die Dynamik langsam weiter. Unternehmen investieren zunehmend in Software, Infrastruktur und spezialisierte Hardware, die KI tatsächlich im Alltag nutzbar macht. Genau dadurch öffnet sich für den Technologiesektor plötzlich ein deutlich größeres Spielfeld.

Weg von reiner Infrastruktur – hin zur Anwendung

Laut einer Studie von Kalkine verändern Unternehmen ihre KI-Ausgaben inzwischen spürbar. 2026 geht es nicht mehr darum, hier und da ein Pilotprojekt zu testen. KI soll produktiv eingesetzt werden und reale Prozesse verbessern. Entsprechend steigt die Nachfrage nach Unternehmenssoftware, Cloud-Infrastruktur und Integrationslösungen.

Für den Markt ist das ein wichtiger Wendepunkt. Die erste KI-Welle war extrem stark auf wenige Chipkonzerne konzentriert. Die zweite Phase verteilt sich deutlich breiter. Jetzt profitieren Unternehmen, die KI direkt in bestehende Abläufe integrieren oder die technische Basis dafür liefern.

Und eine dritte Phase zeichnet sich bereits ab: KI dürfte zunehmend in klassische Branchen wie Logistik, Industrie, Gesundheit oder Rohstoffe vordringen. Noch steckt das zwar in den Anfängen, aber die Richtung ist klar vorhersehbar.

Kanada bringt Top-Voraussetzungen mit

Toronto, Montreal, Edmonton und Vancouver haben sich in den vergangenen Jahren zu echten KI-Zentren entwickelt. Gleichzeitig hilft der schwächere kanadische Dollar dabei, Software und Dienstleistungen international wettbewerbsfähiger zu machen.

Dazu kommt ein stabiles Finanzierungsumfeld. Die kanadische Notenbank hat die Zinsen schrittweise gesenkt, ohne die Märkte massiv unter Druck zu setzen. Parallel nimmt die Übernahmeaktivität zu. Internationale Tech-Konzerne und Finanzinvestoren schauen sich kanadische Softwarefirmen inzwischen genauer an. Das bringt zusätzliche Aufmerksamkeit in den gesamten Sektor.

QuantumCore setzt auf Hardware der nächsten KI-Generation

QuantumCore Technologies (ISIN: CA74767F1045, WKN: A429HH) aus Waterloo, Ontario verfolgt dabei einen anderen Ansatz als klassische KI-Softwarefirmen. Das Unternehmen entwickelt Tieftemperatur-Chipsätze und Signalverstärker für Quantencomputer. Ziel ist es, mehr nutzbare Quantenbits bereitzustellen und Quantenrechner stabil genug für anspruchsvolle KI-Anwendungen zu machen.

Damit bewegt sich QuantumCore in einem Bereich, den viele Anleger bislang noch kaum auf dem Radar haben. Während sich der Blick zurzeit noch oft auf Software oder Rechenzentren konzentriert, arbeitet QuantumCore an den Bauteilen, die leistungsfähige Quantenrechner überhaupt erst möglich machen könnten.

Auch der Standort spielt dem Unternehmen in die Karten. Waterloo gehört inzwischen zu den wichtigsten Zentren für Quantentechnologie in Nordamerika. Mit dem Perimeter Institut für Theoretische Physik, der Universität Waterloo und mehreren spezialisierten Firmen hat sich dort ein eigenes Ökosystem entwickelt. Für QuantumCore bedeutet das direkten Zugang zu Forschung, Talent und potenziellen Industriekunden.

Softwarefirmen profitieren vom produktiven KI-Einsatz

Vor allem bei Unternehmenssoftware zeigt sich die zweite KI-Welle inzwischen ziemlich deutlich. Viele Firmen wollen KI nicht mehr nur testen, sondern direkt in bestehende Prozesse einbauen.

Davon profitieren Unternehmen wie Constellation Software Inc. (ISIN: CA21037X1006, WKN: A0JM27), OpenText Corporation (ISIN: CA6837151068, WKN: 899027) oder Kinaxis Inc. (ISIN: CA49448Q1090, WKN: A1178T). Die Einsatzbereiche reichen von Dokumentenverwaltung und Compliance bis hin zu Lieferkettenplanung und Nachfrageprognosen.

Der entscheidende Punkt: Diese Unternehmen haben bereits große Unternehmenskunden und etablierte Plattformen. KI wird dadurch weniger ein einzelnes Produkt, sondern eher eine zusätzliche Funktion innerhalb bestehender Geschäftsprozesse.

Auch Plattformunternehmen ziehen daraus Vorteile. Shopify Inc. (ISIN: CA82509L1076, WKN: A14TJP) integriert KI-Werkzeuge direkt in seine Handelsplattform. Und The Descartes Systems Group Inc. (ISIN: CA2499061083, WKN: 913612) nutzt KI, um Logistik- und Handelsprozesse effizienter zu machen.

Infrastruktur und Integration werden wichtiger

Je stärker Unternehmen KI einsetzen, desto größer wird automatisch der Bedarf an technischer Infrastruktur und externer Integration. Genau davon profitieren Firmen wie Celestica Inc. (ISIN: CA15101Q2071, WKN: A406LU) und CGI Inc. (ISIN: CA12532H1047, WKN: A2PDWM).

Celestica produziert KI-Server und Netzwerkkomponenten für große Cloud-Anbieter. CGI wiederum verdient daran, dass Unternehmen mehr Geld für die Einführung und Anbindung neuer KI-Systeme ausgeben.

Auch BlackBerry Ltd. (ISIN: CA09228F1036, WKN: A1W2YK) bleibt relevant – vor allem über QNX und die Plattform IVY im Bereich Fahrzeug- und Industriesoftware. Gerade vernetzte Fahrzeuge und industrielle Steuerungssysteme könnten langfristig zu wichtigen KI-Anwendungsfeldern werden.

Fazit: KI-Boom im Wandel – Gewinne statt Wachstum entscheidend

Die Studie geht davon aus, dass sich der KI-Boom künftig weniger über spektakuläre Umsatzsprünge definieren wird. Stattdessen dürften stabile Margen, wiederkehrende Einnahmen und langfristige Kundenbindungen wichtiger werden. Hier liegen die Stärken vieler Software- und Dienstleistungsfirmen.

Der KI-Boom geht also gerade in seine nächste Phase über. Statt nur Rechenleistung zu finanzieren, investieren Unternehmen zunehmend in Anwendungen, Infrastruktur und Integration. Dadurch wird der Markt deutlich breiter.

Nordamerikas Technologiesektor ist für diese Entwicklung gut positioniert. Die Unternehmen decken inzwischen fast alle Ebenen des KI-Marktes ab – von Quantenhardware über Unternehmenssoftware bis hin zu Cloud-Infrastruktur und Industrieanwendungen.

Entscheidend wird jetzt, welche Anbieter künstliche Intelligenz dauerhaft in funktionierende Geschäftsmodelle übersetzen können. Genau dort dürfte in den kommenden Jahren ein großer Teil der Wertschöpfung entstehen.

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