Diese Korrektur war heftig! Erreichten Gold und Silber im Januar Höchststände von 5.400 bzw. 122 USD so korrigierten die Edelmetalle in den letzten Tagen bis auf 4.300 bzw. 62 USD nach unten. Kräftige Gewinnmitnahmen oder Trendwende? Experten sind sich einig, dass hinter der aktuellen Bewegung vor allem die Kursziele der großen Investmentbanken stehen. Analysten von Häusern wie Goldman Sachs, JPMorgan oder UBS hatten bereits Anfang des Jahres ihre Preisprognosen für Gold und Silber deutlich angehoben, was viele Anleger in Erwartung weiter steigender Kurse in den Markt zog. Mit diesen Kurszielen im Rücken kauften Fonds und Privatanleger massiv ein – der massive Ansturm im Januar gepaart von physischen Lieferschwierigkeiten war die Folge. Doch jetzt zeigt sich das andere Ende dieser Strategie: Sobald der Markt die von den Banken genannten Preisniveaus erreicht oder überschreitet, lösen institutionelle Investoren gezielt Gewinnmitnahmen aus. Diese „Take-Profits“ wirken wie ein Ventil, das den überhitzten Markt abkühlt und Fondsmanagern in die Karten spielt. Im Fall von Gold und Silber bedeutet das, dass die starken Korrekturen nicht überraschend kommen, sondern eher ein erwartbares „kaltes Erwachen“ nach dem schnellen Anstieg war. Doch die Langfristperspektive bleibt! Anleger sollten sich jetzt neu positionieren!

Kritische Metalle und der Defense-Sektor: Eine zwanghafte Ehe

Die Hausse bei Gold und Silber strahlte auch auf andere kritische Metalle aus und führt aktuell ebenso zu einer Neu-Bepreisung. Denn kritische Metalle wie Lithium, Kobalt, Nickel, Seltene Erden und Tantal bilden das Rückgrat moderner Hochtechnologien, von Energiespeichern über Sensorik bis hin zu Kommunikations- und Waffensystemen. Im Verteidigungssektor sind sie unverzichtbar für Elektronik, Antriebe und präzise Steuerungssysteme, während die zunehmende Digitalisierung und KI-Integration die Nachfrage weiter steigern.

Unter den Edelmetallen stark industriell gefragt ist das Silber. Wegen seiner hervorragenden leitfähigen und korrosionsbeständigen Eigenschaften wird es seit geraumer Zeit in Leiterplatten, Verbindungsstellen und Sensoren eingesetzt. Die Abhängigkeit von begrenzten Vorkommen und geopolitisch sensiblen Förderländern macht diese Materialien zu einem strategischen Engpassfaktor. Verzögerungen in der Versorgung, wie aktuell durch die Ausfuhrbegrenzungen Chinas oder der Sperrung der Straße von Hormus, können die Einsatzfähigkeit moderner Streitkräfte mittelbar beeinflussen. Die Beziehung von HighTech zu kritischen Metallen ist daher keine optionale Partnerschaft, sondern eine zwanghafte Notwendigkeit für die westliche Industriewelt inklusive der Herstellung einer dauerhaft gesicherten Verteidigungs-Bereitschaft.

Rheinmetall und Hensoldt – Ohne Metalle keine Sicherheit

Die beiden Defense-Konzerne Rheinmetall und Hensoldt verdeutlichen diese Dynamik beispielhaft.

Rheinmetall (ISIN: DE0007030009 | WKN: 703000) setzt auf moderne, digitalisierte Fahrzeuge und Waffensysteme, welche auf leistungsfähige Sensoren, Energiespeicher und präzise Elektronik angewiesen sind. Lithium-Ionen-Batterien, seltene Erden für Magnetsysteme und hochwertige Halbleiterkomponenten sind unverzichtbare Bestandteile, um die zunehmende Vernetzung von Plattformen und die Integration von KI-Anwendungen zu ermöglichen. Ein konkretes Risiko der Unterversorgung sieht CEO Armin Papperger derzeit noch nicht. Analysten betonen aber, dass geopolitische Spannungen im Nahen Osten, etwa durch den Iran‑Konflikt, die Versorgung mit strategisch wichtigen Metallen mittelfristig unter Druck setzen könnten. Beispielsweise werden Preissteigerungen und Engpässe bei Wolfram und Germanium als direkte Folge der Eskalation im Nahen Osten beschrieben, was die Verteidigungsbranche erheblich betrifft.

Aktuell verläuft der Kurs der Rheinmetall-Aktie etwas holprig! Mit einem erreichten Höchststand bei über 2.000 EUR im Herbst 2025 hat das Unternehmen einen bemerkenswerten Verzwanzigfacher zeigen können. Die Umsätze des Unternehmens stiegen parallel zur Kursdynamik von 6,4 auf 9,9 Mrd. EUR, also gut 50 %. Fundamental bildet Rheinmetall nach einer Korrektur auf 1.450 EUR derzeit ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) 2026e von 4,4 ab. Das ruft Nachkäufer und neue Investoren auf den Plan, denn bis 2029 soll dann auch das KGV auf 14 von heute 36 fallen.

Hensoldt (ISIN: DE000HAG0005 | WKN: HAG000), ein führender Anbieter hochentwickelter Sensor- und Radarsysteme, benötigt für seine Produkte ebenfalls hochreine Metalle, insbesondere für Antennen, optische Systeme und die Miniaturisierung elektronischer Komponenten. Die strategische Sicherung von Lieferketten für diese Rohstoffe gehört daher heute ebenso zur Verteidigungsplanung wie militärische Übungen oder digitale Sicherheitsarchitekturen. Die Abhängigkeit von importierten Rohstoffen treibt Innovationen, beispielsweise in der Materialsubstitution oder der Entwicklung leistungsfähigerer, leichterer Systeme, die den generellen Materialbedarf reduzieren. Die Hensoldt-Aktie hat ebenfalls eine 40 %-Korrektur von Kursen deutlich über 100 EUR bis etwa 60 EUR durchgemacht. Maßgeblich blicken Investoren nun auf Kurs-Umsatz-Verhältnisse, die sich im Ablauf der Zeit auch den operativen Realitäten stellen müssen. Werte zwischen 5 und 7 waren auch bei Hensoldt einfach zu viel, nun ist dieses Ratio für geschätzte Umsätze von 2,75 Mrd. EUR in 2026e auf 2,8 zurückgefallen. Vielleicht ist das eine tragfähige Basis für die deutsche Defense-Perle!

Silver Hammer – Warum 2026 zum Wendepunkt werden könnte

Das kritische Metall Silber steht auch im Mittelpunkt für den kanadischen Explorer Silver Hammer (ISIN: CA8277331069 | WKN: A3C4PX). Das kanadische Unternehmen positioniert sich strategisch als klar fokussierter Silberexplorer mit einem Portfolio aus vier Projekten in etablierten Bergbauregionen der USA, welche historisch bereits Produktion aufwiesen, jedoch geologisch nicht vollständig erschlossen wurden. Der Investmentcase basiert dabei auf einem klassischen Brownfield-Ansatz, bei dem vorhandene Infrastruktur, historische Daten und bekannte Mineralisierung genutzt werden, um mit vergleichsweise geringeren Explorationskosten neue Ressourcen zu definieren.

Aktuell verfügt das Unternehmen über 100 % Eigentum an drei Kernprojekten in Idaho und Nevada sowie eine Option auf ein viertes Projekt. Für Investoren entscheidend ist die Tatsache, dass bislang keine formalen Ressourcenschätzungen vorliegen, was im Erfolgsfall ein erhebliches Bewertungs-Upside besitzt. Historische und eigene Bohrergebnisse liefern erste Hinweise auf wirtschaftlich relevante Gehalte, darunter Proben mit bis zu 593,9 g Silberäquivalent pro Tonne sowie mehrere Bohrlöcher mit über 100 g Silber pro Tonne, was im Explorationsstadium als technisch signifikant gilt. Am Eliza-Projekt wurden zusätzlich Gesteinsproben mit bis zu 1.290 g Silber pro Tonne identifiziert, kombiniert mit relevanten Anteilen an Kupfer, Blei und Zink. Ein toller Fund mit geologischer Tragweite!

Operativ markiert das Jahr 2026 einen klaren Katalysator-Zeitraum, da nahezu alle Projekte gleichzeitig in aktive Explorationsphasen übergehen. Beim California-Patent-Gebiet innerhalb des Eliza-Projekts ist ein erstes Bohrprogramm mit bis zu 15 Bohrlöchern und rund 1.500 Metern Bohrlänge geplant, das kurzfristig umgesetzt werden kann, da keine zusätzlichen Genehmigungen erforderlich sind. Parallel dazu ist am Silver Strand-Projekt ein weiteres Bohrprogramm mit etwa acht Bohrlöchern vorgesehen, das gezielt die Fortsetzung der bekannten Mineralisierung unterhalb der bisherigen Abbaustufen testen soll. Im Silverton-Projekt wurden bereits sechs Bohrlöcher über rund 730 Meter niedergebracht, deren Ergebnisse als Entscheidungsgrundlage für eine zweite Explorationsphase dienen werden.

Finanziell hat das Unternehmen seine Liquidität zuletzt durch mehrere Kapitalmaßnahmen gestärkt, darunter eine Finanzierung über 1,8 Mio. CAD im September 2025 sowie eine weitere Kapitalaufnahme über 3,9 Mio. CAD im Februar 2026, wodurch die geplanten Programme für die laufende Saison weitgehend abgesichert sind. Makroökonomisch profitiert Silver Hammer von einem strukturell positiven Umfeld für Silber, aktuelle Schwankungen im Preis sind für die frühe Phase des Unternehmens nicht maßgeblich, auch wenn es Kursschwankungen erzeugt. Höhere Metallpreise steigern die Wirtschaftlichkeit potenzieller Lagerstätten und verbessern den Zugang zu Investitionskapital.

Mit rund 139,7 Mio. ausstehenden Aktien und einer geschätzten Marktkapitalisierung von etwa 13 Mio. CAD bewegt sich Silver Hammer weiterhin im Micro-Cap-Segment, was ein hohes Hebelpotenzial bei Explorationserfolg impliziert. Sollten die ersten Bohrergebnisse die geologischen Erwartungen bestätigen, besteht aus Investorensicht erhebliches Potenzial für eine substanzielle Neubewertung des Unternehmens. Mit aktuellen Notizen um 0,07 bis 0,08 CAD können risikobewusste Anleger noch zu niedrigen Einstiegen agieren.

Lodestar Metals – Bohrstart bugsiert Explorer in die entscheidende Phase

Ebenfalls in Nevada stoßen wir auf den Gold-Explorer Lodestar Metals (ISIN: CA54020J2002 | WKN: A41MZL). Das Unternehmen positioniert sich als klassischer Frühphasen-Goldexplorer, befindet sich mit seinem Gold-Run-Projekt aber kurz vor der ersten aktiven Bohrphase. Die Liegenschaft umfasst rund 516 Hektar und liegt im produktiven Getchell-Trend, einer geologischen Struktur mit einer historischen Förderung von mehr als 20 Mio. Unzen Gold. Was für ein Standort! Innerhalb eines Radius von weniger als 10 Kilometern befinden sich mehrere Großlagerstätten, darunter Turquoise Ridge und Twin Creeks, die bereits länger von großen Produzenten betrieben werden und das regionale Ressourcenpotenzial eindrucksvoll bestätigen.

Für Investoren ist diese Nachbarschaft strategisch relevant, da erfolgreiche Explorationsresultate in solchen Clustern häufig zu Übernahmeinteresse durch etablierte Produzenten führen. Ein wesentlicher Werttreiber bei Lodestar ist die ungewöhnlich umfangreiche historische Datenbasis für ein Unternehmen dieser Größenordnung. Insgesamt liegen Informationen aus rund 130 historischen Bohrlöchern mit mehreren zehntausend Bohrmetern vor, ergänzt durch geologische Proben und geophysikalische Messungen, wodurch das Explorationsrisiko im Vergleich zu Greenfield-Projekten reduziert wird. Historische Ergebnisse zeigten lokal Goldgehalte von über 10 g/t Gold, sie wurden jedoch bislang nicht in ein konsistentes geologisches Modell integriert. Neue Messungen haben mehrere zusammenhängende Anomalien mit Streichlängen von bis zu 800 Metern definiert, von denen ein Großteil bislang noch nicht ausreichend getestet wurde.

Operativ hat das Unternehmen einen entscheidenden Meilenstein erreicht, da die endgültige Bohrgenehmigung durch das Bureau of Land Management nun erteilt wurde. Nach Abschluss aller administrativer Formalitäten wird die Mobilisierung der Bohrgeräte erwartet, das geplante Erstprogramm umfasst voraussichtlich 2.000 bis 3.000 Bohrmeter. Finanziell verfügt Lodestar über eine vergleichsweise schlanke Kapitalstruktur mit rund 51,52 Mio. ausgegebenen Aktien und einer Marktkapitalisierung von etwa 5 Mio. CAD. Eine kürzlich abgeschlossene Finanzierung über rund 1,03 Mio. CAD stärkt die Liquidität und ermöglicht die Durchführung der ersten Bohrphase.

Die aktuell niedrige Marktbewertung spiegelt das vorhandene Datenpotenzial und die geologische Qualität des Getchell Trend bislang nur unzureichend wider. Gelingt es LodeStar, die historischen hochgradigen Zonen zu bestätigen und zugleich breitere mineralisierte Intervalle nachzuweisen, würde sich nicht nur das Ressourcenpotenzial deutlich erhöhen, sondern auch die strategische Attraktivität im Umfeld von Barrick Gold und Newmont stärken. Bergbau-Majors suchen nach nahegelegenen Projekten mit guter Chance auf spürbare Ressourcenausdehnung. Spannend!

Fazit

Krieg, knappe Ressourcen und Angriffe auf die Lieferketten verunsicherten Investoren in den letzten Wochen. Doch sind die ersten Rauchwolken verzogen, zeigen sich nach erfolgten Kursabschlägen interessante Einstiegspunkte. Bei den großen Standardwerten sind 30 %-Korrekturen eher selten, bei kleineren Titeln können die Abschläge schon mal größer ausfallen. Neben ausgewählten Rüstungstiteln lohnt es sich oft, auch kleinere Segmente mit in die Betrachtung aufzunehmen. Silver Hammer und Lodestar Metals bieten gute Edelmetall-Projekte zu einem sehr niedrigen Einstandspreise, kleinere Bohrerfolge haben hier ein hohe Hebelwirkung. Eine ausgewogene Streuung über unterschiedliche Sektoren und Länder steigert die Renditeaussichten und mindert das Portfoliorisiko nachhaltig.

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