Barrick Mining und Newmont wollen weitere Goldlagerstätten in ihr gemeinsames Nevada-Geschäft einbringen. Im August einigten sich die beiden Konzerne auf eine Transaktion über 1,95 Mrd. USD, die zusätzliche Entwicklungsprojekte in das Joint Venture Nevada Gold Mines integriert. Parallel entstehen in Nevada neue Minenkapazitäten, während Unternehmen in Kalifornien und Nevada historische Goldvorkommen erneut untersuchen.

Die Aktivitäten fallen in eine Phase hoher Goldpreise. Anfang Oktober kostete eine Feinunze Gold mehr als 4.000 USD. Die höheren Erlösmöglichkeiten haben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für neue Minen verändert. Gleichzeitig bleibt die Entwicklung langwierig. Selbst in etablierten Bergbauregionen vergehen zwischen Ressourcenbestimmung, technischen Studien, Genehmigungen und Produktionsbeginn oft mehrere Jahre.

Im Westen der USA konzentrieren sich diese Arbeiten auf Gebiete mit jahrzehntelanger Bergbaugeschichte. Vorhandene Infrastruktur, geologische Daten und alte Minenanlagen erleichtern die erneute Untersuchung bekannter Lagerstätten. Die aktuellen Projekte reichen von Erweiterungen großer Minenkomplexe bis zu bislang kaum erkundeten Gold- und Silberstrukturen.

Nevada Gold Mines erweitert seine langfristige Projektbasis

Barrick Mining (ISIN: CA06849F1080, WKN: A417GQ) und Newmont (ISIN: US6516391066, WKN: 853823) betreiben Nevada Gold Mines seit 2019. Barrick hält 61,5 % und Newmont 38,5 % an dem Gemeinschaftsunternehmen.Eine Vereinbarung vom 10. August sieht vor, Barricks Fourmile-Lagerstätte sowie Newmonts Projekte Mike und Fiberline in das Joint Venture einzubringen. Newmont leistet dafür eine Zahlung von 1,95 Mrd. USD an Barrick. Zugleich legten die Partner ihre Auseinandersetzungen über die Führung des Gemeinschaftsunternehmens bei. Newmont stimmte außerdem dem geplanten Börsengang von Barricks nordamerikanischen Goldaktivitäten zu.

Fourmile erweitert die langfristige Projektplanung in unmittelbarer Nähe bestehender Bergbauanlagen. Für 2028 ist eine Vormachbarkeitsstudie vorgesehen. Im Cortez-Komplex läuft bereits der Produktionshochlauf der untertägigen Goldrush-Mine, deren Förderung in den kommenden Jahren steigen soll. Die Einbindung weiterer Lagerstätten ermöglicht eine gemeinsame Planung von Minenentwicklung und Infrastruktur über bestehende Projektgrenzen hinweg. Mit Fourmile kommen zugleich erhebliche zusätzliche Investitionsanforderungen auf das Gemeinschaftsunternehmen zu. Welche Größenordnung die Lagerstätte später zur Produktion beiträgt, wird erst die weitere technische Entwicklung zeigen.

Neue Minen treffen auf Grenzen bestehender Produktion

Nevadas Goldindustrie investiert gleichzeitig in neue Anlagen und die Verlängerung bestehender Minenlaufzeiten. Wie unterschiedlich diese Vorhaben verlaufen, zeigen die jüngsten Meldungen von Equinox Gold und Kinross.

Equinox Gold (ISIN: CA29446Y5020, WKN: A2PQPG) erhielt im August die abschließende bundesstaatliche Umweltentscheidung für South Railroad am Carlin Trend. Damit wurde eine wichtige Voraussetzung für den Bau des geplanten Tagebaus erfüllt. Vorbereitende Arbeiten haben bereits begonnen, während weitere Genehmigungen und Wasserrechte auf Ebene Nevadas bearbeitet werden. Die Machbarkeitsstudie von 2026 sieht in den ersten fünf Produktionsjahren durchschnittlich 130.000 Unzen Gold jährlich vor. Die anfänglichen Investitionen werden auf 395 Mio. USD geschätzt. Equinox strebt die erste Goldproduktion 2028 an. South Railroad gehört damit zu den amerikanischen Goldprojekten, bei denen der Übergang von der Planung zur baulichen Umsetzung bereits begonnen hat.

Bei Kinross Gold (ISIN: CA4969024047, WKN: A0DM94) steht dagegen die Erneuerung einer bestehenden Mine im Mittelpunkt. Am Standort Round Mountain soll die untertägige Erweiterung Phase X ab 2028 höhergradiges Material liefern. Die vorhandene Aufbereitungsanlage kann dafür weitergenutzt werden. Kinross erwartet aus Phase X über zunächst elf Jahre rund 1,4 Mio. zusätzliche Unzen Goldäquivalent. Der Übergang verläuft allerdings schwieriger als geplant. Am 23. September senkte Kinross seine konzernweiten Produktionsprognosen für 2026 und 2027. Bei Round Mountain blieben Abbaumengen, Erzgehalte und Gewinnungsraten hinter den Erwartungen zurück. Phase X bleibt nach Unternehmensangaben im Zeitplan.

Während South Railroad eine neue Produktionsstätte schafft, soll Phase X einen bestehenden Betrieb bis 2038 verlängern. Beide Investitionen sind also Teil der laufenden Erneuerung der amerikanischen Goldproduktion.

Historische Goldminen werden technisch neu bewertet

Die Suche nach zusätzlichem Gold beschränkt sich auf die großen Bergbaukonzerne. Im kalifornischen Mother-Lode-Goldgürtel entwickelt Lode Gold Resources (ISIN: CA54019J1049, WKN: A415CV) die historische Fremont-Mine im Mariposa County weiter. Fremont wurde 1942 während des Zweiten Weltkriegs stillgelegt. Das Gelände umfasst zahlreiche frühere Bergwerksanlagen. Rund 43.000 historische Bohrmeter und umfangreiche untertägige Proben bilden eine Datengrundlage für die heutige Projektentwicklung.

Im Mai veröffentlichte Lode Gold eine aktualisierte Mineralressourcenschätzung mit 1,11 Mio. Unzen Gold in der gemessenen und angezeigten Kategorie sowie weiteren 1,98 Mio. Unzen in der abgeleiteten Kategorie. Die durchschnittlichen Goldgehalte liegen bei rund 1,85 Gramm pro Tonne. Die bisherige Schätzung berücksichtigt drei der sieben bekannten Lagerstätten. Weitere mineralisierte Bereiche sowie Zielgebiete entlang der bekannten Strukturen sind noch nicht in dieser Ressource enthalten. Im September erweiterte das Unternehmen sein laufendes Bohrprogramm um vier zusätzliche Standorte. Zwei davon dienen metallurgischen Untersuchungen. Das gewonnene Material soll Erkenntnisse über die Aufbereitung des Erzes und mögliche Goldgewinnungsraten liefern. Zwei weitere Bohrungen untersuchen die Grundwasserverhältnisse und testen zugleich Bereiche außerhalb der bisherigen Bohrdaten.

Fremont befindet sich damit in einer Phase, in der aus der bekannten Goldressource ein konkreter Minenplan entwickelt werden soll. Lode Gold strebt innerhalb von sechs Monaten einen vorläufigen Plan als Grundlage weiterer Umwelt- und Genehmigungsarbeiten an. Im September reichte das Unternehmen zudem die Unterlagen zur Freigabe der Sicherheiten für zuvor zurückgezahlte Verbindlichkeiten ein. Ende des Monats wurde Patrick Garretson zum leitenden technischen Berater ernannt. Garretson war zuvor unter anderem an der technischen Planung und Machbarkeitsstudie des Hermosa-Projekts von South32 beteiligt. Die kommenden Arbeiten konzentrieren sich auf die technische Ausgestaltung einer möglichen Wiederaufnahme des Bergbaus und die Erkundung zusätzlicher Goldvorkommen außerhalb der aktuellen Ressourcenschätzung.

Nevada hat weitere spannende Edelmetallprojekte

Im Republic Mining District nordwestlich von Tonopah verfolgt Rush Gold Corp. (ISIN: CA78184E1034, WKN: A3EGYW) einen früheren Explorationsansatz. Die Projekte Skylight und Legal Tender umfassen historische Gold- und Silbervorkommen, die bislang nur sehr begrenzt mit modernen Methoden untersucht worden sind.

Rush Gold hat geologische Geländeaufnahmen, Satellitendaten und Oberflächenproben genutzt, um mineralisierte Strukturen einzugrenzen. Im März veröffentlichte das Unternehmen Ergebnisse einer Kampagne mit 94 Gesteinsproben. Bei Legal Tender wurden Gehalte von bis zu 2.770 Gramm Silber und 2,41 Gramm Gold pro Tonne festgestellt. Auf Skylight ließ sich ein goldführender beziehungsweise geochemisch auffälliger Trend über rund 1,2 Kilometer verfolgen. Rush interpretiert die Strukturen als mögliche Bestandteile eines epithermalen Gold-Silber-Systems. Ende September schloss das Unternehmen eine Privatplatzierung über rund 1,64 Mio. CAD erfolgreich ab. Das zusätzliche Kapital soll die weitere Exploration finanzieren.

Während bei Fremont bereits die technische Planung einer möglichen Mine vorbereitet wird, arbeitet Rush Gold daran, aus bekannten historischen Vorkommen konkrete neue Bohrziele abzuleiten. Die Projekte stehen damit am Anfang einer Entwicklung, die bei größeren Lagerstätten häufig über mehrere Explorations- und Studienphasen verläuft.

Fazit

Nevadas große Minenkomplexe werden erweitert, neue Tagebauprojekte erreichen die Bauphase und historische Lagerstätten werden erneut untersucht. Der hohe Goldpreis verbessert die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, während Investitionskosten, Erzgehalte und Genehmigungszeiten den Ausbau weiterhin bestimmen.

South Railroad soll 2028 erstmals Gold liefern. Im selben Jahr erwartet Kinross zusätzliche Förderung aus Phase X. Bei Fourmile stehen weitere technische Studien an. Fremont benötigt metallurgische Ergebnisse und einen Minenplan, während die Projekte von Rush Gold zunächst durch Bohrungen genauer untersucht werden. Großes Potenzial haben alle diese Projekte, denn der Westen der USA verfügt über zahlreiche bekannte Goldvorkommen und eine gewachsene Bergbauinfrastruktur. Die nächste Generation amerikanischer Goldminen entsteht aus der Erweiterung bestehender Betriebe, dem Bau genehmigter Projekte und der Neuerkundung aussichtsreicher historischer Minenreviere.

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