Und da war er sofort wieder greifbar – der Silberpreis. In den letzten Wochen abgestraft bis auf 60 USD konnte der Preis im Juni einen deutlichen Turnaround verzeichnen. Gestern ging es auf über 71 USD und die Debatte um kritische Metalle war wieder auf dem Tisch. Wir erinnern uns: Im Januar stieg das Silber vorübergehend auf gut 120 USD. Getrieben von Terminspekulationen und Lieferschwierigkeiten der Lagerstellen, schoss das Metall durch die Decke. Und da wusste noch niemand etwas von einem Iran-Konflikt, der die wichtige Straße von Hormus in die Schließung zwingt. Chart-Techniker und Fundamentalisten sind sich nun relativ einig: Der Abverkauf um genau 50 % war die nötige Korrektur, die nun auch die letzten Spekulanten aus dem Markt gedrängt hat. Denn eine Tatsache gilt unvermindert: Silber ist ein Flaschenhals der Halbleiter- und Energie-Industrie, ohne Argentum keine HighTech-Komponenten.

Silber im Ausverkauf – First Majestic liefert zufriedenstellendes Quartal

Der Silbermarkt präsentiert sich derzeit widersprüchlich. Während Gold in den vergangenen Jahren von Rekord zu Rekord eilte und im ersten Quartal 5.400 USD erreichte, notiert Silber trotz seiner wachsenden Bedeutung für Solarindustrie, Elektronik und Digitalisierung weiterhin deutlich unter den jüngsten Höchstständen von 120 USD. Marktbeobachter sehen darin eine Bewertungsanomalie, zumal der globale Silbermarkt bereits seit mehreren Jahren Angebotsdefizite verzeichnet. Merklich steigt die industrielle Nachfrage seit einigen Jahren an, während neue Minenprojekte nur langsam entwickelt werden können.

Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick auf einen großen Produzenten wie First Majestic Silver (ISIN: CA32076V1031 | WKN: A0LHKJ). Das Unternehmen betreibt mit San Dimas, Santa Elena und La Encantada drei Kernminen in Mexiko und zählt zu den wenigen größeren börsennotierten Gesellschaften mit einem klaren Fokus auf Silber. Im jüngsten Quartal produzierte First Majestic rund 7 Mio. Unzen Silberäquivalent und bewegte sich damit im Rahmen der Jahresplanung. Der Umsatz erreichte knapp 244 Mio. USD, während ein operativer Cashflow von rund 57 Mio. USD die robuste Geschäftsentwicklung unterstrich. Durch steigende Cashflows verfügt das Unternehmen nun über eine solide Liquiditätsposition von mehr als 300 Mio. USD.

Analytisch betrachtet fällt vor allem die Hebelwirkung auf den Silberpreis ins Gewicht. Die All-in Sustaining Costs liegen bei vielen Silberproduzenten im Bereich von 18 bis 22 USD je Unze. Bei einem Silberpreis jenseits von 60 USD entsteht damit bereits eine attraktive operative Marge. First Majestic hat in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel in die Optimierung seiner Anlagen investiert und die Produktionsbasis verbreitert. Dadurch ist das Unternehmen heute widerstandsfähiger gegenüber kurzfristigen Preisschwankungen als noch vor einigen Jahren. First Majestic liefert für Investoren eine solide Ausgangsbasis: Stabile Produktion, solide Bilanz und einen direkten Hebel auf einen Rohstoff, der gemessen an seinen Fundamentaldaten von vielen Marktteilnehmern noch immer unterschätzt wird. Die Analysten auf der Plattform LSEG Refinitiv sehen das Papier noch lange nicht ausgereizt. Bei Kursen um 26,80 CAD liegt das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel bei 37 CAD, also fast 40 % höher. Wer ein Gefühl bekommen möchte wo die Reise in Hausse-Bewegungen hingegen kann: Das Jahreshoch aus Januar 2026 steht bei rund 44 CAD. Eine gute Beimischung mit langfristigem Fokus!

Prismo Metals – Hochgradige Silberfunde und neue Porphyr-Hypothese in Arizona

Das ist schon fast Bonanza! Wegen auffällig guter Bohrresultate ist Prismo Metals (ISIN: CA74275P1071 | WKN: A2QEGD) zuletzt erneut in den Fokus geraten. Das Unternehmen ist ein kanadischer Explorationswert, der sich auf die Entdeckung und Entwicklung von Edel- und Basismetallvorkommen in den rohstoffreichen Regionen Arizonas und Mexikos konzentriert. Nachdem das Hot-Breccia-Kupferprojekt in eine monetäre Beteiligungsstruktur ausgelagert wurde, richtet sich der Fokus nun nahezu vollständig auf das Silver-King-Projekt. Dieser strategische Schritt reduziert den Kapitalbedarf und verschafft dem Unternehmen gleichzeitig die Möglichkeit, an einem möglichen Erfolg des ausgegliederten Kupferprojekts beteiligt zu bleiben.

Die jüngst veröffentlichten Ergebnisse der ersten Bohrkampagne liefern genau jene Art von Nachrichten, die Investoren nach einer langen Wartezeit und seitwärts tendierender Aktie hören wollen. Insgesamt wurden acht Bohrlöcher über 1.272 Meter niedergebracht. Dabei bestätigten die Arbeiten nicht nur die Existenz hochgradiger Silbervererzung, sondern lieferten zugleich Hinweise auf ein wesentlich größeres geologisches System im Untergrund. Bemerkenswert war ein Abschnitt von 2,3 Metern mit durchschnittlich 1.452 Gramm Silber je Tonne, ergänzt um Gold- und Kupfergehalte. Innerhalb dieses Intervalls stach ein Teilabschnitt mit spektakulären 4.811 Gramm Silber pro Tonne hervor – grandios, hier reiten Hoss und seine Brüder auf Bonanza um die Wette!

Die Resultate bestätigen zudem, dass Teile des historischen Erzkörpers deutlich weniger intensiv abgebaut wurden als bislang angenommen. Mehrere Bohrungen durchschnitten breite Zonen mit mehr als zehn Metern mineralisiertem Gestein, was auf eine robuste Kontinuität des Systems hindeutet. Historisch wurden auf Silver King nahezu 6 Millionen Unzen Silber gefördert, womit die Lagerstätte bereits ihre wirtschaftliche Qualität unter Beweis gestellt hat. Noch interessanter könnte jedoch sein, was sich unterhalb der Silbermineralisierung verbirgt. Das tiefste Bohrloch der Kampagne erreichte knapp 500 Meter Tiefe und durchteufte dort eine intrusive Gesteinseinheit mit typischen Merkmalen eines Kupfer-Porphyr-Systems. Die Geologen beobachteten eine deutliche Zunahme der Kupfergehalte, begleitet von Alterationsmustern und Spurenelementverteilungen, wie sie häufig im Umfeld großer Kupferlagerstätten auftreten. Die durchschnittlichen Kupferwerte im unteren Abschnitt lagen um ein Vielfaches über den Hintergrundwerten.

Für Rohstoffinvestoren beginnt an dieser Stelle die eigentliche Fantasie, denn Silver King befindet sich nur wenige Kilometer vom Resolution-Projekt entfernt, einem der bedeutendsten noch nicht erschlossenen Kupfervorkommen der Welt. Die neuen Bohrdaten deuten eindeutig darauf hin, dass Silver King möglicherweise Teil eines größeren hydrothermalen Systems sein könnte, das sowohl hochgradige Silberzonen als auch tiefere Kupferstrukturen umfasst. Die nächsten Monate dürften deshalb richtungsweisend werden. Das Management plant zusätzliche Kartierungen, geochemische Untersuchungen sowie detaillierte Mineralanalysen, um die aussichtsreichsten Ziele für die zweite Bohrphase festzulegen. Ziel ist es, die Hinweise auf einen möglichen Kupferkern systematisch zu überprüfen und die Wahrscheinlichkeit eines bedeutenden Entdeckungserfolgs weiter zu erhöhen. Noch schlummert die Aktie bei etwa 0,08 CAD und einer Marktkapitalisierung von knapp 10 Mio. CAD. Die nächsten Validierungsschritte könnten einen Push für den kleinen Wert bedeuten!

Silver Hammer Mining – Auf der Suche nach unentdecktem Silberpotenzial

Die nächste Silber-Opportunität liegt in ebenfalls in den USA. Der dort ansässige kanadische Entwickler Silver Hammer Mining Corp. (ISIN: CA8277331069 | WKN: A3C4PX). Mit viel Mühe kümmert sich CEO Peter Ball um ein Portfolio aus ehemals produzierenden Projekten in den US-Bundesstaaten Idaho und Nevada und setzt dabei konsequent auf Re-Exploration historischer Lagerstätten. Im Zentrum der aktuellen Arbeiten steht das Fahey-Silberprojekt im Silver Valley des Coeur d’Alene-Distrikts, einer der weltweit bedeutendsten Silberprovinzen mit historischer Förderung von über 1,2 Mrd. Unzen Silber im Gesamtgebiet. Das Projekt umfasst rund 360 Acres bzw. 18 unpatentierte Lode Claims und liegt strategisch zwischen etablierten Produzenten wie Sunshine Silver Mining und Americas Gold and Silver. Die laufende Sommerkampagne markiert die erste systematische Oberflächenexploration seit mehr als 60 Jahren und adressiert damit eine ausgeprägte Datenlücke im modernen geologischen Verständnis.

Ganz oben auf der Liste steht die Kartierung der Upper-Revett-Formation über mehrere Fault Blocks hinweg sowie die Validierung historischer Stollen, Adern und mehr als 20 identifizierter Vein-Strukturen. Diese Strukturanzahl ist signifikant, da vergleichbare Großminen im Distrikt wie Bunker Hill oder Sunshine historisch weniger dokumentierte Einzeladern aufweisen, jedoch deutlich höhere Produktionshistorien besitzen. Die Arbeiten umfassen zudem die geologische Neuuntersuchung von Portalbereichen und Haldenmaterial, um geochemische Anomalien mit modernen Methoden wie ICP-Analytik neu zu bewerten. Parallel bereitet das Unternehmen einen „Plan of Operations“ vor, der bis Jahresende eingereicht werden soll und die Grundlage für ein erstes tiefes Diamantbohrprogramm bildet.

Geologisch ist Fahey durch die typische Revett-Quarzit-Sequenz charakterisiert, die im gesamten Silver Belt als bevorzugter Wirt für hochgradige Silber-Blei-Zink-Mineralisierung gilt. Historische Vergleichsdaten aus dem Distrikt zeigen Erzgehalte von bis zu 933 g/t Ag sowie in Einzelfällen über 2.600 g/t Ag in ausgewählten Gangsystemen, naheliegende Großprojekte wie Sunshine Silver stützen mit Ressourcen von über 260 Mio. Unzen Silber die vorliegende Distriktstruktur.

Die aktuelle Marktbewertung reflektiert diese strategische Option auf mögliche Neuentdeckungen im Bestand nur teilweise, da Explorationsfortschritte bislang noch nicht in Bohrresultaten materialisiert sind. Sollten die Oberflächenprogramme die erwarteten strukturellen und geochemischen Zielzonen bestätigen, könnte Fahey zu einem klassischen Re-Rating-Kandidaten im US-Silbersegment avancieren, insbesondere im Kontext steigender Silberpreise. Risikobewusste Investoren finden zwischen 0,06 und 0,07 CAD Zugang, bezahlt wird damit eine Marktkapitalisierung von nur 10 Mio. CAD. Sehr günstig!

AMD und Rigetti – Zwei verschiedene Seiten der Tech-Medaille

Der Unterschied könnte größer nicht sein! Der Chip-Spezialist AMD legt fast 500 % zu, gleichzeitig drittelt sich Rigetti seit den Höchstständen im Herbst 2025. Wo liegen eigentlich die Gemeinsamkeiten der beiden HighTech-Unternehmen? AMD (ISIN: US0079031078 | WKN: 863186) und Rigetti (ISIN: US76655K1034 | WKN: A3DE3J) stehen exemplarisch für zwei sehr unterschiedliche Entwicklungsrichtungen innerhalb der Halbleiter- und High-Performance-Computing-Industrie, die sich zwar technologisch berühren, aber strukturell und wirtschaftlich fundamental unterscheiden. AMD agiert als etablierter, zyklisch skalierender Halbleiterkonzern mit breitem Produktportfolio in CPUs, GPUs und zunehmend AI-Beschleunigern, während Rigetti Computing als reiner Quantencomputing-Spezialist noch in einer stark forschungsgetriebenen, vor-kommerziellen Phase operiert. Die Überschneidung beider Geschäftsmodelle liegt weniger im heutigen Produkt als vielmehr im Zielmarkt: Hochleistungsrechnen als Infrastruktur für datenintensive Anwendungen wie KI, Simulation und Optimierung. AMD basiert auf einem klassischen fabless-Halbleitermodell, bei dem Architekturdesign, IP-Entwicklung und Systemintegration im Vordergrund stehen, während die Fertigung ausgelagert ist. Der Erfolg hängt dabei wesentlich von Skalierung, Stückzahlen und Plattformökonomie ab. Die strategische Stärke ist ein Ergebnis der breiten Marktdurchdringung: Rechenzentren, Gaming, Embedded-Systeme und zunehmend AI-Infrastruktur.

Rigetti hingegen verfolgt ein vollständig anderes technologisches Paradigma. Das Unternehmen entwickelt supraleitende Quantenprozessoren, die nicht klassische Bits, sondern Qubits verwenden und damit prinzipiell exponentielle Zustandsräume adressieren können. Das Geschäftsmodell ist noch nicht durch massenmarktgetriebene Skalierung geprägt, sondern durch iterative Hardware-Experimente, Fortschritte in Fehlerkorrektur und zunehmende Qubit-Stabilität. Umsatz entsteht primär über Cloud-Zugänge zu Quantencomputern (Quantum-as-a-Service) sowie Forschungs- und Regierungskooperationen. Damit ähnelt Rigetti eher einem Deep-Tech-Labor mit kommerzieller Option.

Gemeinsam ist beiden Unternehmen die zentrale Rolle im Recheninfrastruktur-Stack der nächsten Dekade. Beide adressieren das fundamentale Problem steigender Rechenanforderungen durch KI, Simulationen in Materialwissenschaften, Kryptographie und komplexe Optimierungsprobleme. Sowohl AMD als auch Rigetti profitieren indirekt vom strukturellen Trend „Compute is the new oil“, wo Rechenleistung zur strategischen Ressource wird. Interessant ist die potenzielle Konvergenz im Bereich High-Performance-Computing-Architekturen. Quantencomputing wird mittelfristig nicht klassische Systeme ersetzen, sondern eher hybride Modelle erzeugen, in denen klassische GPUs und CPUs von AMD mit Quantenbeschleunigern wie denen von Rigetti kombiniert werden könnten.

Und was hat das Ganze mit Silber zu tun? Ein ergänzender Blick auf kritische Materialien zeigt, dass beide Unternehmen stark von hochreinen Metallen und Spezialmaterialien abhängig sind, insbesondere von Silizium als Basismaterial der klassischen Halbleiterindustrie sowie von supraleitenden Metallen wie Aluminium, Niobium oder Tantal in der Quantenarchitektur von Rigetti. Diese Materialbasis ist nicht nur technologisch entscheidend, sondern auch geopolitisch relevant, da Lieferketten für kritische Rohstoffe wie Silizium und seltene Metalle im Rampenlicht stehen. Damit wird deutlich, dass selbst zwei so unterschiedliche Tech-Ansätze letztlich an dieselben industriellen Engpässe der Materialökonomie gekoppelt sind. Schlagend wurde die Knappheit zum Glück bis jetzt noch nicht – aber wer weiß schon wie sich geopolitische Konflikte weiterentwickeln. Aus Sicht der Analysten auf der Plattform LSEG Refinitiv tritt man bei AMD mit einem Konsens-Kursziel von 468 USD stark auf die Bremse, in Sachen Rigetti sind Kursziele um 29,80 USD veranschlagt, immerhin 30 % Aufschlag zum aktuellen Kurs. Tech-Werte bilden eine gute Diversifikation zu einem Rohstoff-Depot!

Fazit

Im Silbermarkt verdichten sich die Hinweise auf einen belastbaren Boden im Bereich um 60 USD, der sich als technische Stabilisierung nach vorheriger Volatilität herausgebildet hat. Während Large Caps wie First Majestic Silver bereits stärker im Fokus stehen, verlagert sich der Fokus in Momentum-Bewegungen aber auch auf kleinere Explorationswerte. Unternehmen wie Prismo Metals oder Silver Hammer verkörpern dabei Chancenprofile, bei denen einzelne Bohrergebnisse Bewertungsniveaus sprunghaft verschieben können. Auffällig öffnet sich im Technologiesektor nach der Korrektur wieder selektiv Renditespielraum. Rigetti steht für die spekulative Quanten-Option, während AMD stärker zyklisch über Rechenzentrumsnachfrage und Tech-Momentum gesteuert wird. Die eigentliche Logik liegt in der Kombination beider Welten, denn gemeinsam ergibt sich ein strukturiertes Exposure gegenüber realwirtschaftlicher Nachfrage und technologischer Zukunftsoption.

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