So zumindest die Meinung von Moody`s Investor Service, einem anerkannten Analystenhaus, dessen Aussagen weltweit Beachtung finden. In ihrer Vorschau, die wie immer sehr konservativ ist, hatten sie die Aussichten der Basismetalle von ursprünglich negativ neulich auf gleichbleibend angehoben. Zumindest was die Preise für Aluminium, Nickel, Kupfer und Zink betrifft.

Ausgangsbasis für die Meinungsänderung waren die Metallbestände an der Londoner Metallbörse LME, die seit knapp einem halben Jahr die Abwärtsspirale verlassen haben und in einen Seitwärtstrend eingeschwenkt sind.

Basismetalle

Quelle: LME

Für Moody sind, mit Ausnahme von Zink, die nach wie vor vorhandenen Überproduktionen die Hemmschwelle für nachhaltig anziehende Preise, an denen sich auch in den kommenden Quartalen bis hinein in das Jahr 2018 nichts Wesentliches verändern sollte.

Mitentscheidend für die Neubewertung der Zukunftsaussichten waren auch die revidierten Entwicklungsprognosen für die chinesische Wirtschaft. Gegenüber der Annahme vom Jahresanfang mit einem Zuwachs von 6,3% für 2016 und 6,1% für 2017 wurden diese Werte nun auf 6,5% für 2016 und 6,3% für 2017 angehoben.

Einzig Zink, das heuer ja bereits einen mehr als beachtlichen Aufschwung erlebt hat, sollte für weitere positive Meldungen sorgen können, denn lt. jüngsten Meldungen werden in Chinas Hauptprovinz Hunan aus wirtschaftlichen, sicherheitsrechtlichen und umweltrechtlichen Gründen bis Mitte kommenden Jahres alle 26 Blei- und Zinkminen geschlossen. Zumindest bis Juni 2017 soll das „Bereinigungsprogramm“ der Behörden laufen. Die im ersten Halbjahr 2016 um rd. 48% gestiegenen Importe von Zink lassen vermuten, dass auf mittlerer Frist Zink weiteres Potential haben könnte.

So aussichtsreich dies auch für Zink sein könnte, für die anderen Basismetalle stehen anscheinend nach wie vor harte Zeiten bevor. Noch immer hemmt die vorhandene Überproduktion eine Preisverbesserung, die als Resümee auch vieler anderer Marktanalysten nicht vor 2018 wieder Schwung aufnehmen soll.

Dies alles könnte bedeuten, dass zwar ein Boden für die Basismetallpreise generell ausgebildet zu sein scheint, aber wohl auf Sicht nicht so schnell verlassen werden kann. Wenn auch für Zink ein Hoffnungsschimmer zu Recht bestehen könnte, für alle anderen Unternehmen, die Nickel, Kupfer, Aluminium und Blei auf ihrer Produktionsliste stehen haben, ist aus derzeitiger Sicht noch kein Grund zu jubeln gegeben. Noch ist Geduld, Kostensparen, Produktionsanpassung auf vorhandene Marktverhältnisse oberste Priorität. Man darf gespannt sein wie lange diese Flaute noch anhalten und die Geduld der Unternehmen und Investoren strapazieren wird.

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