Allein in Deutschland leiden aktuell mehr als 1 Million Menschen an Alzheimer. In den USA sind es 5 Millionen zumeist ältere Personen. Aufgrund der demographischen Veränderungen kommt es zu weitaus mehr Neuerkrankungen als Sterbefällen unter den bereits Erkrankten. Daher steigt die Anzahl der Alzheimer-Leidenden jährlich um hunderttausende.

Experten gehen davon aus, dass bis 2050 in Deutschland 3 Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt sein werden; knapp 4% der Bevölkerung. Konsequenterweise werden die Kosten für Pflege und Behandlungsarten überproportional ansteigen, falls keine erfolgreiche Heilungs- oder zumindest Linderungsmethode gefunden wird. In den USA gehen Experten davon aus, dass bis 2040 Alzheimer-Erkrankungen für fast ein Viertel der Gesundheitskosten verantwortlich sein werden.

Kein Wunder also, dass die Pharma- und Biotechnologieindustrie mit Hochdruck an möglichen Therapien für Alzheimer arbeitet. Ein Durchbruch ist allerdings bis jetzt noch nicht erreicht. Rückschläge sind an der Tagesordnung und die Pharmaindustrie hat bereits Milliarden an Euro in Forschung und Entwicklung gesteckt.

Bis jetzt setzte man vor allem auf Antikörper, um der Krankheit Herr werden zu können. Diese sollen vor allem das Amyloid-Beta Protein stoppen, von dem man ausgeht, dass es bei Alterung „unser Gedächtnis verstopft“.

Es sind zumeist die großen Pharmariesen wie Roche oder Pfizer, die hunderte  Forscher einsetzen, um ein neues Medikament gegen Alzheimer zu entwickeln. Das US amerikanische Pharmaunternehmen Lilly erlitt vor wenigen Monaten eine herbe Niederlage. Ihr Alzheimer Medikament, dass sich in der wichtigen Testphase III befand, erwies sich als wirkungslos.

Aber auch viele kleinere Biotech Firmen setzen auf Alzheimer. In Deutschland ist es vor allem die  Biotech Firma Evotec (WKN: 566480).

Das Hamburger Unternehmen Evotec hat zwei Alzheimer Therapieformen in seiner Pipeline und  konnte dafür notwendige Allianzen mit Roche und Johnson & Johnson gewinnen.

Zwar ist man immer noch einige Jahre davon entfernt, die Produkte auf den Markt zu bringen, aber positive Testergebnisse, könnten zu weiteren Meilensteinzahlungen führen und somit den Aktienkurs weiter nach oben treiben. Evotec forscht und entwickelt  allerdings noch in viele anderen Krankheitsbilder aus den Bereichen Onkologie, Immunologie, Entzündungskrankheiten und Stoffwechselerkrankungen. Diversifikation ist notwendig, um bei Misserfolg nicht der Gefahr einer Insolvenz ausgeliefert zu sein.

Neue mögliche Therapieformen kommen vor allem aus den USA. Dort setzt man unter anderem auf ein bereits existierendes entzündungshemmendes Medikament, das bei ersten Tests, das Gedächtnis von Patienten verbessert hat. Aber auch da ist man noch weit von der Kommerzialisierung entfernt.

Generell kann davon ausgegangen werden, dass in den nächsten Jahren noch viel Geld in die Entwicklung von Alzheimer Medikamente gesteckt wird. Vor allem Biotechnologie Unternehmen sollten davon profitieren, Denn diese zeichnen sich durch Innovation, Mut und Flexibilität aus und werden daher als wichtiger Partner von großen Pharmaunternehmen gebraucht und mit Geld und Meilensteinzahlungen unterstützt.

Verfasst von nebenwerte ONLINE Redaktion

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