Investments in aufstrebende Rohstoff-Gesellschaften sind oftmals von drastischen Kursbewegungen gekennzeichnet. Um auf der Achterbahn der Kursentwicklung einen kühlen Kopf zu bewahren, sollten sich Anleger bereits vor einer Investmententscheidung Gedanken über ihre Strategie machen. In einem Interview mit der englischen Ausgabe des Goldreports skizziert Louis James von Casey Research zwei Wege, um in junge Rohstoffgesellschaften zu investieren.

Joint Ventures senken Risiken

Viele Anleger setzen auf Explorationsunternehmen und erwarten den nächsten großen Wurf. Doch in der Praxis geht oftmals nur eines von 300 Projekten auch wirklich in Produktion. Um dieses Risiko zu kontrollieren, präferiert James Explorationsgesellschaften, die Anteile an Projekten an Investoren vergeben und mit Joint Ventures arbeiten.  So könne das Risiko effizient kontrolliert werden. „Viele Menschen glauben, wenn ein Projekt aussichtsreich ist, wieso gibt eine Gesellschaft dann 70 Prozent davon weg? Doch dies ist ein falscher Gedankengang. Wenn ein Unternehmen im Gegenzug eine Finanzierung erhält, können solche Joint Ventures eine gute Sache sein“, so James im Interview. Da gerade im Falle von positiven Explorationsergebnissen schnell Wertzuwächse von mehreren hundert Prozent entstünden, sei es sinnvoll, mehrere Projekte zu entwickeln und das Risiko so zu verteilen.

Auf „goldener Startbahn“ abheben

Für Rohstoff-Investoren bedeutet das, dass es sich durchaus lohnen kann, auf Gesellschaften zu blicken, die mehrere Eisen im Feuer haben, statt nur eines prominenten Flaggschiff-Projektes. Zwar erhöht sich auf diese Weise der Analyseaufwand, doch bieten Joint-Venture-Modelle viele Möglichkeiten, um auch Nebenprojekte entwickeln zu lassen, bzw. finanzielle Risiken zu senken. Neben dem Investment in Explorationsunternehmen, die mehrere Projekte in Joint Ventures betreiben, hat James einen weiteren interessanten Investmentansatz identifiziert.

Der Rohstoff-Experte sieht Unternehmen, die gerade den Bau einer Mine beschlossen und die damit verbundene Finanzierung gesichert hätten, auf einer „goldenen Startbahn“. Die Annahme, dass in diesem Stadium bereits alle Gewinne eingepreist seien und sich für Investoren nichts mehr holen ließe, sei falsch, betont James.  Von einhundert Unternehmen, die eine Produktionsentscheidung fällen würden, erreichten am Ende auch 92 Titel die Produktion. Diese 92 Aktien würden zwischen Produktionsentscheidung und erster Förderung im Mittel um 101 Prozent zulegen. Angesichts dieses Risikoprofils hält James den Ansatz, auf angehende Produzenten zu setzen, als sehr aussichtsreich an.

Am besten gestaffelt investieren

Während ein Investment auf Explorationsebene riskant sei und sich vor allem dann auszahle, wenn ein Unternehmen Joint Ventures betreibe und so mehrere Eisen im Feuer habe, könnte eine Anlage in angehende Produzenten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit satte Renditen bedeuten. In der Praxis sollten Anleger jedoch dennoch auf ihr Timing achten. Insbesondere rund um wichtige Unternehmensmeldungen kommt es bei angehenden Produzenten oftmals zu deutlichen Kursausschlägen. Es empfiehlt sich daher, wie immer bei Junior-Unternehmen, Investments über mehrere Tranchen aufzubauen.

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