Vegane Produkte sind gefragter denn je. Kein Wunder also, dass nun auch große diversifizierte Unternehmen mit auf den Zug aufspringen wollen, um diesen profitablen Wachstumsmarkt für sich zu gewinnen. Vegane Aktien Unternehmen wie Beyond Meat oder Oatly machen es vor: Durch gezielte Marketingkampagnen lassen sich auf dem bisher im Vergleich recht unerschlossenen Markt mit veganen Produkten erfolgreich hohe Gewinne erzielen. Doch wo lohnt die Investition? Wir zeigen, welche Unternehmen vielversprechend am Markt positioniert sind und welche Möglichkeiten Anleger jetzt haben, um vom Boommarkt vegane Aktien zu profitieren.

Vegan leben: Vom Trend zum Lifestyle

Menschen, die sich für eine vegane Ernährung bzw. Lebensweise entscheiden, verzichten bewusst auf Inhaltsstoffe und Erzeugnisse, die tierischen Ursprungs sind. Dies gilt unter anderem für Lebensmittel, Kleidung sowie Kosmetika. Aber was ist der Unterschied zwischen “vegan” und “pflanzlich”? Kurz gesagt: Alle veganen Nahrungsmittel sind automatisch pflanzlich, aber nicht alle pflanzlichen Nahrungsmittel sind auch immer vegan. Der irische Bierbrauer Guinness oder auch Winzer bekannter Weine benutzten vor kurzem noch für die Klärung ihrer Getränke tierische Erzeugnisse, wodurch die Produkte automatisch für Veganer nicht mehr geeignet waren.

Riesiger Markt mit rosigen Aussichten

Studien bestätigen: Allein zwischen 2016 und 2020 hat sich die Zahl der vegan lebenden Menschen in Deutschland verdoppelt – und zwar von 1,3 Millionen auf 2,6 Millionen. Die Motive der Menschen, die sich bewusst für eine vegane Ernährung und Lebensweise entscheiden, können dabei variieren, jedoch ebnen günstige Ersatzprodukte von großen Unternehmen den Weg, auch nicht 100 Prozent vegan lebende Menschen von veganen Mahlzeiten zur Abwechslung zu überzeugen. Und heute spielt es auch keine Rolle mehr, ob Lebensmittel, Kleidung oder Kosmetika – die Alternativen zu tierischen Produkten sind vielfältig, so dass hier ein schnell wachsender Markt entstanden ist.

Laut BMEL-Ernährungsreport 2020  gaben 55 Prozent der Befragten deutschen Verbraucher an, sich flexitarisch zu ernähren Flexitarismus ist eine Esskultur, die den gelegentlichen Fleischkonsum zulässt, ihn aber nicht zum Ernährungsmittelpunkt macht. Sie versuchen also bewusst ihren Fleischkonsum zu reduzieren, greifen öfter zu veganen und vegetarischen Lebensmitteln wie Fleisch- oder Milchersatzprodukte und steigern somit ebenso den Wert des veganen Markts.

Nicht Fisch nicht Fleisch – enormes Wachstum voraus

Aber auch im Labor gezüchtetes Fleisch wird immer mehr zum Thema: Denn laut der gleichen Studie können sich etwa 20 Prozent aller Befragten vorstellen, In-Vitro-Fleisch, also künstliches Laborfleisch, zu konsumieren. Auch die Nachfrage nach Fleischersatzprodukten steigt laut Statistischem Bundesamt überdurchschnittlich. So stieg die Herstellung von Fleischersatzprodukten im 1. Quartal 2020 von ca. 14,7 Tsd. Tonnen auf etwa 20 Tsd. Tonnen, was einer Steigerung von ca. 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Die Produktion von veganen und vegetarischen Lebensmitteln stieg 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent. Der Wert der Produkte erhöhte sich im selben Zeitraum um 37 Prozent von etwa 273 Mio. Euro auf ca. 375 Mio. Euro.

Laut einer Publikation von Future Grocery Shopping kaufen ganze 93 Prozent der Verbraucher in Deutschland regelmäßig pflanzliche Milchalternativen. Fisch und Käse auf pflanzlicher Basis befinden sich derweil noch am Anfang, verzeichnen jedoch schon im Wachstum einen Umsatz im dreistelligen Millionenbereich.

Die amerikanische Unternehmensberatung AT Kearney prognostiziert, dass der Umsatz von pflanzlichen Fleischalternativen in den nächsten Jahren stets um etwa 20-30 Prozent steigen wird. Dadurch ergibt sich am Markt großer Spielraum für entsprechendes Wachstum. Die Forschung könnte zudem in den nächsten Jahren die bisherigen Fleischalternativen durch ein neuartig entwickeltes Fleisch überholen und ersetzen, um eine noch höhere Akzeptanz der Verbraucher zu generieren.

Megatrend mit vielen Facetten

Jedoch dreht sich nicht nur alles darum, Fleischkonsumenten für alternative Produkte zu gewinnen. Auch Produkte wie pflanzliche Milch- und Käsealternativen erfreuen sich einer stetig steigenden Nachfrage und bieten somit spannende Anlagechancen.

Das Kaufverhalten veganer Verbraucher geht jedoch weit über die Nahrungsmittel hinaus. Beispielsweise legen immer mehr Menschen Wert auf den Inhalt bzw. die verwendeten Rohstoffe von anderen Waren wie Kosmetik und Kleidung.

Der vegane Kosmetikmarkt z. B. profitiert stark von dem veganen Trend. Laut dem deutschen Unternehmen Statista lag der Wert des Kosmetikmarkts im Jahr 2018 noch bei etwa 13,5 Mrd. Euro. und soll bis zum Jahr 2025 auf unglaubliche 20,8 Mrd. Euro ansteigen.
Aber auch internationale Großunternehmen wie der deutsche Sportartikelhersteller Adidas haben den Trend erkannt und bieten in ihrem Sortiment z. B. vegane Schuhe an.

Gerade weil vegane Produkte zudem von Nicht-Veganern gekauft werden, sind Unternehmen hoch motiviert, aktuellen Trends zu folgen und die Kaufbedürfnisse der Verbraucher zu befriedigen. Dadurch ergibt sich für die Unternehmen ein umso größerer Verbrauchermarkt, in dem nicht mehr nur gewisse Nischen bedient werden.

Die meisten Unternehmen haben deshalb neben ihrem nicht-veganen Angebot zusätzlich vegane Produkte auf den Markt gebracht, um von der stets steigenden Nachfrage profitieren zu können. Während sich manche Unternehmen wie Rügenwalder Mühle sogar vorstellen können, langfristig auf ein komplett veganes Sortiment umzusteigen, sind andere Unternehmen wie z. B. Tesla allerdings gerade erst dabei, Veränderungen vorzunehmen, indem sie kein Tierleder mehr in ihre Elektroautos verbauen.

Anlagechancen – 10 aussichtsreiche vegane Aktien

Als versierter Anleger können Sie vom Wachstum pflanzlicher und veganer Produkte profitieren, indem Sie:

  1. In vegane Aktien und ETFs investieren.
  2. Pflanzliche und vegane Risikokapitalfonds handeln.
  3. Mit Rohstoffen handeln, die für die vegane Ernährung von Bedeutung sind.

Wenn Sie lieber auf bestimmte Trends innerhalb des boomenden Marktes setzen möchten, bieten sich Investments in Einzelaktien an. Nachfolgend finden Sie daher 10 aussichtsreiche vegane Aktien, die vom Megatrend profitieren und somit spannende Anlagechancen im Boommarkt vegane Aktien bieten. Nicht alle der aufgeführten Unternehmen sind dabei zu 100 Prozent vegan.

Pflanzliches Fleisch: Beyond Meat

Das amerikanische Unternehmen Beyond Meat (WKN: A2N7XQ) ist für seinen pflanzlichen “The Beyond Burger” – der genau wie Rindfleisch schmecken soll – weltweit bekannt. Seit 2019 arbeitet das Unternehmen zudem erfolgreich mit Großunternehmen wie McDonalds und KFC zusammen.

Gesunde Haferprodukte: Oatly

Das schwedische Unternehmen Oatly (WKN: A3CQRG) entwickelt, produziert und vertreibt Hafergetränke sowie Eiscreme. Die Produkte sind dabei frei von Milch und Sojaeiweiß und somit auch für Allergiker geeignet und werden in über 20 Ländern vertrieben.

Gefragte Maisstärke: Ingredion

Ingredion (WKN: A1JYNM) ist ein amerikanischer Hersteller von Stärkeprodukten. Dabei werden Glukose Sirup, High Fructose Corn Sirup oder Dextrose auf Basis von Maisstärke hergestellt.

Wertvolles Öl: Bunge

Bunge (WKN: 762269) ist einer der weltweit wichtigsten Lieferanten der Nahrungs- und Futtermittelindustrie. Als weltgrößter Verarbeiter von Ölsaaten und als weltgrößter Abfüller von verzehrbaren Pflanzenölen bzw. -produkten hat sich das Unternehmen weltweit einen Namen gemacht.

Veganer deutscher Supermarkt: Veganz

Das deutsche Unternehmen Veganz (WKN: A3E5ED) wurde als erste vegane Supermarktkette in Europa gegründet und ist erst im November 2021 an die Börse gegangen. Das jetzt börsengelistete Unternehmen stellt derzeit ca. 165 vegane Produkte her und vertreibt diese in insgesamt 26 Ländern.

Öle auf Pflanzenbasis: AKK

Das schwedische Unternehmen AKK (WKN: A2JNX7) ist weltweit führender Hersteller von Ölen auf Pflanzenbasis. Die Philosophie des Unternehmens lautet, Produkte für den Verbraucher zu optimieren und dadurch schmackhafter, gesünder und nachhaltiger herzustellen.

Das Allrounder-Unternehmen: Archer Daniels Midland

Die Firma Archer Daniels Midland (WKN: 854161) ist ein amerikanischer Industriekonzern. Das Unternehmen verarbeitet Getreide und Ölsaaten zu verschiedenen Produkten, die in Nahrungsmitteln, Getränken, Futtermitteln und Industrieprodukten zum Einsatz kommen.

Frische Lebensmittel: Total Produce

Das irische Unternehmen Total Produce (WKN: A0LEN8) ist einer der größten Produzenten von frischen Lebensmitteln und arbeitet seit Juli 2021 mit dem Obst- und Gemüsegiganten Dole zusammen. Total Produce bedient dabei den Einzel- und Großhandel, die Gastronomie und ist zugleich ein Anbieter von Komplettlösungen für Frischprodukte, ohne dabei speziell nur den veganen Markt zu bedienen.

Vielfältiges Produktportfolio: Hain Celestial Group

Das Unternehmen Hain Celestial Group (WKN: 908170) aus den USA ist ursprünglich ein Lebensmittel- und Körperpflegehersteller. 2015 erweiterte das Unternehmen jedoch sein Portfolio, indem es den österreichischen Sojamilchhersteller Mona und den größten britischen Frischfruchtproduzenten Orchard House Foods übernahm.

Die jungen Wilden: Tattooed Chef

Tattooed Chef (WKN: A2QD83), Inc. produziert pflanzliche Lebensmittel. Das Unternehmen beliefert Einzelhändler in den USA mit veganen Fertigprodukten jeglicher Art wie küchenfertigen Schüsseln, Pizzas, Burritos oder Smoothies. Die Produkte werden als Eigenmarken direkt vertrieben und sind in Tiefkühlabteilungen von Lebensmittelgeschäften in den USA erhältlich.

Auch Fonds und Großkonzerne rüsten vegan auf

Sollte die Zahl der vegan lebenden Menschen weiter steigen, könnte auch der größte amerikanische Nussproduzent John B. Sanfilippo & Son (WKN: 883172) weiterhin davon profitieren und zu einem echten Geheimtipp an der Börse werden. Denn Nüsse enthalten Nährstoffe wie B12 oder Eisen, also genau die Nährstoffe, auf die Menschen bei einer veganen Ernährung besonders angewiesen sind.

Aber auch Großkonzerne wie Nestlé (WKN: A2DY3F) oder Unilever (WKN: A0JNE2) investieren immer mehr in den veganen Markt. Während Unilever beispielsweise die Marke “The Vegetarian Butcher” übernahm, sicherte sich Nestlé den vegan und vegetarischen Lebensmittelkonzern “Sweet Earth”. Bei einem Investment kann der Anleger hier also von der Stabilität der Großunternehmen profitieren. Nachhaltigkeit und Veganismus würde man mit diesen Firmen jedoch nicht direkt in Verbindung bringen.

Etliche Risikokapitalfonds investieren bereits seit längerem in vegane und pflanzliche Lebensmittel und Wellnessprodukte. Dabei sollte der Anleger allerdings wissen, das Risikokapitalfonds durch eine sog. Diversifikation auch in anderen, nicht-veganen bzw. -pflanzlichen Segmenten Investitionen tätigen, um Verluste bei einem Wert durch andere auszugleichen und dadurch das Risiko zu minimieren. Der größte Vorteil von Risikokapitalfonds dürfte jedoch darin bestehen, dass Sie durch diese auch in nicht börsennotierte Unternehmen investieren können.

Fazit: Nachhaltiger Trend mit gesundem Wachstum

Klar ist: Immer mehr Menschen greifen in Deutschland zu veganen Produkten. Das gesellschaftliche Bewusstsein, die eigene Gesundheit, ethische Gründe oder aber die ökologischen Folgen rücken zunehmend in den Vordergrund der Gesellschaft. Spannend hierzu sind vor allem Studien, wie die von BCG und Blue Horizon Corporation, welche prognostizieren, dass Fleisch aus pflanzlichen Proteinen bis 2023 preislich mit Fleischprodukten gleichziehen wird. Weiter wurde auf dieser Grundlage errechnet, dass bis 2025 der „Peak Meat“ in Europa und Nordamerika erreicht sein wird. Ab diesem Zeitpunkt wird der Verbrauch von tierischen Proteinen stetig zurückgehen.

Davon profitiert natürlich auch der Markt. Dem Bericht zufolge ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass pflanzliche Proteine bis 2035 einen Marktanteil von mindestens 11 bis 22 Prozent bei Beschleunigung des Wandels durch regulatorische und technologische Fortschritte am globalen Proteinmarkt erreichen werden. Glaubt man weiteren Marktprognosen, so ist es wahrscheinlich, dass im Jahr 2040 gezüchtetes Fleisch sowie pflanzliche Fleischersatzprodukte zusammen 60 Prozent des weltweiten Fleischkonsums ausmachen.

Veganismus und vegane Aktien sind also kein kurzweiliger Hype. Vielmehr stehen vegane Produktalternativen für einen gesundheitsbewussten Lifestyle, der langfristig zu nachhaltigen Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft führen wird.

Dieser Artikel erschien erstmalig auf trendbulls.com und wurde über nebenwerte-online.de verbreitet.

Bildquellen: Bigstockphotos

Verfasst von Trendbulls

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