Was für eine Volatilität im Gold- und Silber-Sektor! Nach jahrelanger Seitwärtsbewegung sind die Edelmetalle seit Mitte 2025 auf dem Weg nach oben. Ende Januar erreichte Gold einen Preis von 5.600 USD und Silber markierte mit 122 USD den bislang höchsten Stand aller Zeiten. Nun sind die großen Produzenten wieder auf der Suche nach Projekten, denn man möchte den Ausstoß so schnell wie möglich erhöhen, um die massiv gestiegenen Spot- und Terminpreise abzuhandeln. Was des einen Freud ist des anderen Leid! Denn Banken und einige Spekulanten haben über Jahre hinweg gegen die Terminpreise spekuliert und sind erhebliche Shortquoten eingegangen. Nun schlägt der Markt zurück, neue Anleger verlangen das physische Material, das seit Wochen aber in der Verfügbarkeit sinkt. Doch die großen Liefertermine im März, Juni und September 2026 rücken näher. Zeit für die Bergbauriesen auf Einkaufstour zu gehen, denn günstiger wird es wohl vorerst nicht mehr werden. Wo liegen die Chancen für Anleger?

Nun kommt es zum Schwur – Hohe Volatilität zwingt Banken zum Eindecken

In den letzten Tagen durchliefen Gold und Silber massive Korrekturen, nachdem Silber von seinem Allzeithoch bei 122 USD pro Feinunze Ende Januar auf ein aktuelles Verlaufstief von rund 72 USD abstürzte, ein Rückgang von über 40 % innerhalb weniger Tage. Gold korrigierte ebenfalls dramatisch um mehr als 1.000 USD, von Höchstständen nahe 5.600 USD auf etwa 4.600 USD, was Panikverkäufe und die größten Tagesschwankungen seit Jahrzehnten auslöste. Diese Bewegungen folgten auf extreme technische Überhitzung mit RSI-Werten von über 90 und wurden durch Gewinnmitnahmen, steigende Margin-Anforderungen an der CME sowie Liquidationen spekulativer Long-Positionen verstärkt.

Eine zentrale Ursache der Verwerfungen war die Nominierung von Kevin Warsh, einen konservativen Falken aus New York, als neuen FED-Chef durch US-Präsident Trump. Er priorisiert öffentlich höhere Zinsen und einen stabileren Dollar. Warshs Ernennung beendete Trumps öffentliche Forderungen nach Zinssenkungen und seinen Streit mit dem amtierenden FED-Chef Jerome Powell, was Anleger aus alternativen Währungen wie Gold, Silber und Bitcoin trieb. Parallel löste der Kongress die drohende Haushaltskrise ohne Shutdown, was die weitverbreiteten „De-Dollarisierungs-Ängste“ wieder etwas dämpfte. Zentralbanken, darunter China, Indien, Brasilien und Russland, hatten 2025 netto bereits über 860 Tonnen Gold aufgekauft, um der US-Staatsverschuldung und möglichen Sanktionsrisiken zu entgehen. Grundsätzlich darf man annehmen, dass China den Abbau der US-Staatsanleihen als Währungsreserve fortsetzen wird.

Ein Problem existiert offensichtlich auch unter Großbanken. Denn hohe Short-Positionen, die in aktuellen COT-Berichten als Non-Commercial Shorts mit über 200.000 Kontrakten bei Silber und 150.000 bei Gold erscheinen, zwangen den Markt zuletzt in eine Eindeckungswelle. Denn die COMEX-Lagerbestände schrumpften alarmierend. So soll es derzeit nur noch etwa 100 Mio. Unzen Silber zur Auslieferung geben, Gold schrumpfte auf knapp 10 Prozent des jahrelangen Durchschnitts. Aktuelle Trends aus der HighTech-Industrie führen zu einer Industriellen Silbernachfrage von etwa 1,2 Mrd. Unzen jährlich, getrieben von Photovoltaik, Elektromobilität, 5G-Ausbau und neuerdings verstärkt Militäranwendungen. Gleichzeitig stagniert die Minenproduktion seit Jahren bei etwa 800 Mio. Unzen durch abnehmende Erzlager und Genehmigungsverzögerungen von 7 bis 10 Jahren. Gold profitiert weiterhin als Schutzanlage in unsicheren Zeiten, von der Schmucknachfrage aus Asien, den ETF-Zuflüssen von 300 Tonnen und Repatriierungen durch Schwellenländer.

Aufgrund der Gemengelage bleiben die Investmentbanken bullish: JP Morgan und Morgan Stanley sehen Gold bei 5.000 USD bis Ende 2026, UBS erwartet 5.500 USD, die London Bullion Market Association (LBMA) taxiert gar Kursziele von über 7.000 USD, sollten die geopolitischen Risiken wie z.B. USA-Iran-Spannungen oder die China-Drohungen zu Taiwan anhalten. Ein Short Squeeze, also der „Schwur der Banken“, droht unvermindert, da das Open Interest bei Silber mittlerweile die Marke von 500 Mio. Unzen übersteigt und physische Liefer-Engpässe kurzfristig nicht behoben werden können.

Allied Gold, Barrick Gold und B2 Gold – China sichert sich Claims in Afrika

Neben den Verwerfungen am Terminmarkt ist der Edelmetall-Sektor jüngst durch einen spektakulären Deal in Afrika wieder in Bewegung geraten. Denn überraschend wird die von Ex-Yamana-Managern gegründete Allied Gold (ISIN CA01921D2041 | WKN A417BV) Teil einer beschleunigten Konsolidierungswelle im globalen Goldsektor. Wer hätte das gedacht! Die vollständige Übernahme durch die chinesische Zijin Gold in einer reinen Bartransaktion bewertet das Unternehmen mit rund 5,5 Mrd. CAD und unterstreicht die strategische Qualität des Portfolios. Mit der Transaktion stärkt Zijin Gold seine Präsenz in Afrika deutlich und integriert drei produzierende Minen sowie ein fortgeschrittenes Entwicklungsprojekt. Herzstück ist die Sadiola-Mine in Mali, die rund die Hälfte der aktuellen Produktion liefert. Ergänzt wird das Portfolio durch den CDI-Komplex in der Elfenbeinküste mit stabilen Cashflows sowie das wachstumsstarke Kurmuk-Projekt in Äthiopien, das mittelfristig erhebliches Produktionspotenzial eröffnet. Besonders attraktiv ist das Kostenprofil der Assets mit durchschnittlichen All-in Sustaining Costs (AISC) von rund 1.500 USD je Unze. Insgesamt bestätigt der Deal den Trend, dass große Produzenten verstärkt auf Übernahmen setzen, um sich profitable und skalierbare Goldassets in strategisch wichtigen Regionen zu sichern. Die Aktie hat den Deal vollständig eingepreist und wird in absehbarer Zeit nicht mehr notiert sein.

Der jüngste Deal bleibt nicht ohne Wirkung auf benachbarte Bergbauansiedlungen in der Region. Denn nun rücken auch etablierte Produzenten wie Barrick Mining und B2Gold ins Blickfeld, nicht unbedingt als Target, aber vielleicht als Akquisiteure. Denn wer jetzt nicht handelt, hat vielleicht in 2 bis 3 Jahren das Nachsehen. Barrick Mining (ISIN: CA06849F1080 | WKN: A417GQ) gehört mit seinen Assets in Mali weiterhin zu den bedeutendsten Goldproduzenten Afrikas, auch wenn das Jahr 2025 operativ und politisch herausfordernd war. Die Einigung mit der malischen Regierung zum Loulo-Gounkoto-Komplex hat zentrale Unsicherheiten beseitigt und sichert die Laufzeit eines der größten Goldprojekte des Kontinents bis weit in die nächste Dekade. Mit einer Jahresproduktion von über 700.000 Unzen bleibt Mali ein wesentlicher Cashflow-Treiber, zumal Barrick parallel von seinem global diversifizierten Portfolio profitiert. Aus M&A-Sicht spricht die Größe des Konzerns allerdings gegen eine Übernahme durch einen Dritten, vielmehr könnte Barrick als Treiber der Region eine neue Portfoliostruktur anstreben. Im Fokus stehen also selektive Asset-Transaktionen oder Joint-Venture-Strukturen, eine Abspaltung der Nordamerika-Assets ist schon in näherer Zukunft zu erwarten. Mit einem KGV 2026e von 12,8, regelmäßigen 1,8 % Dividende und weitergeführter Rückkäufe sollte die Aktie durch den Zijin-Deal weiter an Attraktivität gewinnen.

Ebenfalls in der Nachbarschaft agiert die kanadische B2Gold (ISIN: CA11777Q2099 | WKN: A0M889). Das Unternehmen ist im Vergleich zu Barrick deutlich fokussierter unterwegs und damit aus Übernahmeperspektive leichter adressierbar. Haupt-Asset ist der Fekola-Komplex in Mali, man startet aber auch gerade in Namibia. Fekola zählt zu den kosteneffizientesten Minen Afrikas und lieferte in 2025 mit über 500.000 Unzen Gold ein gutes Ergebnis innerhalb der veröffentlichten Produktions-Guidance des Managements. Der daraus resultierende freie Cashflow stärkt die Bilanz und erhöht zugleich die strategische Attraktivität des Unternehmens. Für einen Käufer wäre B2Gold aufgrund klarer Asset-Struktur, überschaubarer Marktkapitalisierung und operativer Stabilität grundsätzlich ein realistisches Ziel. Zudem ist das Unternehmen nur mit dem 6,5-fachen des für 2026 geschätzten Gewinns bewertet. Das durchschnittliche Zwölfmonatsziel auf der Analyse-Plattform LSEG beläuft sich auf 8,36 CAD, was rund 20 % Aufwärtsspielraum signalisiert.

Insgesamt erhöht der Allied-Deal den strategischen Druck im Sektor und dürfte die Bewertungsmaßstäbe für afrikanische Goldassets nachhaltig anheben. Für Investoren wächst damit die Bedeutung, nicht nur Produktionszahlen, sondern auch M&A-Optionalität und geopolitische Resilienz in die Bewertung einzubeziehen.

Rush Gold – Früher Hebel auf den beginnenden US-Edelmetallzyklus

Auch nordamerikanische Edelmetallvorkommen erfreuen sich großer Beliebtheit. Der Bundesstaat Nevada ist flächenmäßig einer der größten US-Bundesstaaten, zählt mit rund 3,2 Mio. Einwohnern jedoch zu den am dünnsten besiedelten Regionen der USA. Über 80 % der Landesfläche ist von wüstenähnlicher Struktur und befindet sich in öffentlichem Besitz, was großräumige Exploration ermöglicht und den Bergbau seit mehr als einem Jahrhundert strukturell begünstigt. Der sogenannte „Silver State“ verbindet dabei historische Rohstoffkompetenz mit klaren rechtlichen Rahmenbedingungen und hoher gesellschaftlicher Akzeptanz für die Metallsuche. Der Bundesstaat profitiert obendrein von den aktuell hohen Edelmetallpreisen, politischer Stabilität und zunehmender M&A-Aktivität, was die strategische Attraktivität von Explorationsprojekten deutlich erhöht.

In diesem Umfeld positioniert sich Rush Gold (ISIN CA78184E1034 | WKN A3EGYW) gezielt als Frühphasen-Explorer mit perfekter lokaler Aufstellung. Das Unternehmen konzentriert sich dabei auf den Walker-Lane-Trend, einen der produktivsten metallogenen Gürtel Nordamerikas, der für strukturell kontrollierte Gold- und Silberlagerstätten bekannt ist. Mit den Projekten Skylight und Legal Tender kontrolliert das Unternehmen zwei räumlich nahe Liegenschaften, welche gemeinsam ein zusammenhängendes Explorationsgebiet mit Skalierungspotenzial bilden. Die Distanz von nur wenigen Kilometern erlaubt eine koordinierte Exploration und eröffnet langfristig Synergien bei Infrastruktur, Genehmigungen und Projektentwicklung. Historische Abbauspuren sowie dokumentierte hochgradige Proben legen nahe, dass die bekannten Mineralisierungszonen bislang nicht systematisch in die Tiefe oder entlang ihrer Streichrichtung untersucht wurden.

Rush Gold steht für einen datengetriebenen Ansatz, der moderne Fernerkundung mit klassischer Feldarbeit verbindet. Der Einsatz hochauflösender Satellitendaten ermöglicht die Identifikation von Alterationsmustern, welche typischerweise mit epithermalen Gold-Silber-Systemen assoziiert sind. Diese Ergebnisse werden durch Kartierungen, Probenahmen und strukturelle Analysen vor Ort ergänzt, wodurch ein konsistentes geologisches Modell entsteht. Besonders relevant ist dabei, dass mehrere Zielzonen außerhalb historischer Abbaubereiche identifiziert wurden, was das Entdeckungspotenzial deutlich erhöht. Die laufenden Feldprogramme dienen nicht nur der Zielpriorisierung, sondern auch der Risikoreduktion vor einem möglichen Bohrstart. Ergebnisse unabhängiger Laboranalysen gelten als entscheidender Trigger für den Übergang in eine nächste, wertsteigernde Explorationsphase.

Rush Gold hat seine Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen und kann nun die nächsten Schritte zügig in Angriff nehmen. Das aktuelle Marktumfeld begünstigt Junior-Explorer zusätzlich, da Investoren wieder verstärkt Engagements mit hohem Hebel auf den Goldpreis suchen. Die Notierungsaufnahme am OTCQB Venture Market erhöht die Reichweite und erschließt neue Anlegerkreise in den USA. Sollten die kommenden Explorationsergebnisse das geologische Modell bestätigen, verfügt Rush Gold ausgehend von 3 Mio. CAD Marktkapitalisierung über das Potenzial für eine substanzielle Neubewertung. Risikobewusste Anleger agieren limitiert im Bereich 0,13 bis 0,17 CAD, mittelfristig sollten deutlich höhere Notierungen auf der Kurstafel auftauchen.

Fairchild Gold – Strategisch positionierter Explorer im Zentrum des Nevada-Booms

Auch Fairchild Gold (ISIN: CA30371L1013 | WKN: A3D1D5) treibt seine Goldsuche im Süden der USA voran. Das Unternehmen hat sich innerhalb kurzer Zeit als einer der aktivsten Junior-Explorer in Nevada positioniert und profitiert dabei von einem spürbar verbesserten Rohstoff-Umfeld in den USA. Mit den Liegenschaften Golden Arrow, Nevada Titan und Carlin Queen deckt Fairchild die zentralen Trends ab und erreicht damit eine ungewöhnlich breite regionale Diversifikation innerhalb Nevadas. Diese Fokussierung reduziert projektspezifische Risiken und erhöht die Wahrscheinlichkeit, an mehreren Fronten Explorationserfolge zu erzielen.

Der jüngste Erwerb von Carlin Queen stärkt die Präsenz in einem der produktivsten Goldgürtel weltweit, der durch zahlreiche historisch hochprofitable Minen geprägt ist. Denn die Lage an der Schnittstelle bedeutender Goldtrends verleiht dem Projekt zusätzliches Entdeckungspotenzial. Golden Arrow ergänzt das Portfolio durch fortgeschrittene Projektparameter, bestehende Genehmigungen und ein definiertes Ressourcenmodell. Nevada Titan nimmt eine Sonderrolle ein, da das Projekt neben Gold auch Kupfer und weitere strategische Metalle adressiert. Moderne geophysikalische Untersuchungen haben dort mehrere Zielzonen identifiziert, die auf ein großskaliges mineralisiertes System hindeuten. Aufbauend darauf treibt Fairchild die Präzisierung potenzieller Bohrziele systematisch voran. Finanziell ist das Unternehmen durch jüngste Kapitalmaßnahmen handlungsfähig aufgestellt und kann seine Projekte kontinuierlich Weiterentwickeln. Die zusätzliche Sichtbarkeit durch die OTCQB-Notierung stärkt den Zugang zum US-Kapitalmarkt und erweitert den Investorenkreis. Für risikobewusste Anleger ist Fairchild eine gute Beimischung für ein chancenreiches Explorer-Depot. Aktuelle News können die Marktbewertung von aktuell ca. 13 Mio. CAD schnell vervielfachen.

Fazit

Nach der Überraschenden Übernahme von Allied Gold in Afrika geraten große Player wie Barrick Mining und B2Gold in den Fokus der Investoren. Aufgrund ihrer Größe wird diesen Unternehmen eher eine aktive Rolle in M&A-Prozessen attestiert. Interessant sind in diesem Umfeld aber auch die kleinen agilen Unternehmen wie z.B. Fairchild Gold und Rush Gold, die ihrerseits gute Projekte weiterentwickeln können. Durch eine Mischung beider Ansätze, profitieren Anleger von einer ausgewogenen Positionierung im nächsten Super-Edelmetall-Zyklus. Eine breite Streuung über verschiedene Metallarten und Jurisdiktionen trägt letztlich dazu bei, Ertragschancen zu verbessern und das Anlagerisiko effektiv zu senken.

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Verfasst von nebenwerte ONLINE Redaktion

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