Die globalen Rohstoffmärkte erleben derzeit eine massive Verschiebung, die das Gesicht der Edelmetallmärkte für immer verändern könnte. Denn während die breite Masse der Anleger noch gebannt auf die Zinsschritte der Notenbanken starrt, braut sich im Silbersektor ein neuer Hausseschub zusammen. Der jüngste Rückgang der Rohölpreise von über 100 auf ca. 80 USD je Barrel hat wie ein Brandbeschleuniger gewirkt. Öl ist im modernen Bergbau der systemische Kostenfaktor, der die Bilanzen der Minenbetreiber über Nacht rot färben kann. Wenn sich die Dieselkosten für die gigantischen Förderflotten wieder absenken, schlägt das ohne jede Verzögerung auf die globalen Produktionskosten durch. Historisch betrachtet, folgte Silber solchen Energieschocks zwar oft mit einer gemütlichen Verzögerung von sechs bis zwölf Monaten. Diese Zeiten sind jedoch vorbei, da die klassischen Puffer der Lieferketten schlicht nicht mehr existieren. Die oberirdischen Lagerbestände sind nach den massiven Marktbewegungen der letzten Monate regelrecht leergefegt. Wer heute physische Ware am Spotmarkt ordern möchte, sieht sich mit extremen Wartezeiten und saftigen Aufgeldern konfrontiert. Der Silberpreis reflektiert diese neue Realität und hat sich dynamisch auf knapp 65 USD pro Feinunze nach oben geschraubt. Spannend, wie es hier weitergeht und was die Protagonisten des Sektors aus diesem Szenario machen.

Silber im strukturellen Defizit – Welche Marken stehen im Raum?

Wir befinden uns mittlerweile im sechsten Jahr in Folge, in dem die weltweite Silbernachfrage das Angebot übersteigt. Die Minenproduktion verharrt trotz aller Anstrengungen bei mageren 820 Millionen Unzen pro Jahr. Dem gegenüber steht eine gigantische Gesamtnachfrage, die in 2025 mühelos die Marke von 1,1 Milliarden Unzen durchbrochen hat. Dieses strukturelle Defizit frisst die verbliebenen Tresorbestände der großen Handelsplätze im Rekordtempo auf. Das Kernproblem der Angebotsseite ist die strukturelle Starrheit der weltweiten Förderung. Rund 70 Prozent des globalen Silbers entstehen lediglich als Beiprodukt beim Abbau von unedlen Metallen wie Kupfer, Blei und Zink. Neue Großprojekte im Bergbau erfordern heute Investitionen von weit über einer Milliarde USD und immense bürokratische Hürden. Zudem sinken die Erzgrade der bekannten Lagerstätten seit Jahren kontinuierlich, was den energetischen Aufwand der Gewinnung drastisch erhöht.

Gleichzeitig folgt die Nachfrageseite einem unaufhaltsamen Muster. Der industrielle Käufer hat die Vormachtstellung übernommen und macht deutlich mehr als die Hälfte des weltweiten Verbrauchs aus. Silber ist längst kein reiner Schmuck- oder Münzmarkt mehr, sondern der unverzichtbare Treibstoff der modernen Technologiewelt. Jedes hocheffiziente Solarmodul benötigt eine erhebliche Menge des hochleitfähigen Metalls, um Sonnenlicht in Strom zu verwandeln. Selbst intensivste Bemühungen der Industrie, den Silberanteil durch billigere Metalle zu ersetzen, scheitern an den physikalischen Grenzen der Leitfähigkeit. Parallel dazu feuern die globalen Megatrends der künstlichen Intelligenz und der Elektromobilität die Nachfrage weiter an. Moderne Rechenzentren und Elektrofahrzeuge sind vollgestopft mit Silberkontakten, die für einen reibungslosen Daten- und Stromfluss sorgen. Auch die globalen Rüstungsbudgets, die jüngst historische Höchststände erreicht haben, fordern ihren Tribut in Form von Tonnen an hochreinem Industriemetall. Silber ist in der modernen Kriegs- und Kommunikationstechnologie schlicht nicht substituierbar.

Diese physische Verknappung trifft auf einen Terminmarkt, der auf einem gigantischen Fundament aus Papier aufgebaut ist. Das Verhältnis zwischen offenen Futures-Kontrakten und den tatsächlich physisch hinterlegten Lagerbeständen an der COMEX ist völlig absurd. Zeitweise wetten Händler auf das Achtzig- bis Hundertfache der Menge an Silber, die überhaupt in den Tresoren existiert. Dieses ungesunde Ungleichgewicht gleicht einem extrem trockenen Pulverfass, das auf den kleinsten Funken wartet. Sobald nur ein kleiner Prozentsatz der institutionellen Leerverkäufer kalte Füße bekommt, droht ein historischer Short Squeeze. Das Eindecken dieser Positionen würde eine Kettenreaktion auslösen, die den Preis in kürzester Zeit in dreistellige Regionen katapultieren könnte. Erste Anzeichen für ein solches Panikszenario durften Spekulanten im Januar erleben, als der Preis quasi in 4 Wochen von 60 auf 120 USD explodierte. Ein wirkliches Umdenken ist an den Terminmärkten noch nicht spürbar. Aber gerade institutionelle Investoren haben den Zahn der Zeit begriffen, sie schichten im großen Stil Kapital um, um sich reale Vermögenswerte zu sichern. Die Angst vor einem plötzlichen Lieferstopp dominiert auch zunehmend das Handeln der Einkäufer in den Industriekonzernen.

Führende Broker und Investmenthäuser haben ihre alten, verstaubten Modelle längst in den Papierkorb geworfen. Die Wall Street überbietet sich derzeit wöchentlich mit neuen, schwindelerregenden Kurszielen für die kommenden Jahre. Für das Jahr 2026 hat sich der breite Analysten-Konsens mittlerweile bei einem Median von stolzen 79,50 USD eingependelt. Das konservative Lager, angeführt von Häusern wie der Bank of America, sieht eine solide Basis zwischen 56 und 65 USD. Die Experten von UBS erwarten eine dynamische Konsolidierung im Bereich von 80 USD bis weit in das Jahr 2027 hinein. Goldman Sachs blickt noch optimistischer in die Zukunft und prognostiziert für 2026 eine Range von 85 bis 100 USD. Den Vogel schießt allerdings die Citi ab, deren aggressivste Bullen-Szenarien bei akuten Lieferengpässen Kursziele von astronomischen 150 USD modellieren. J.P. Morgan gibt sich mit knapp über 81 USD zwar etwas zurückhaltender, warnt aber ebenfalls vor den unberechenbaren Dynamiken des Marktes. Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass das Vertrauen in eine dauerhafte Deckelung des Preises vollständig erodiert ist.

First Majestic Silver – Starke operative Entwicklung im zweiten Quartal

Der primäre Silberproduzent First Majestic Silver (ISIN: CA32076V1031 | WKN: A0LHKJ) nutzt das aktuell von struktureller Knappheit geprägte Marktumfeld operativ hervorragend aus. Im jüngst abgelaufenen zweiten Quartal profitierte das Unternehmen spürbar von den gestiegenen Realisierungspreisen für seine geförderten Edelmetalle. Der Quartalsumsatz sprang im Vergleich zum Vorjahr um satte 57 % nach oben und erreichte einen Wert von 415,5 Mio. USD. Trotz dieser massiven Steigerung verfehlte der Konzern die extrem ambitionierten Konsensschätzungen der Analysten knapp. Auch der bereinigte Gewinn pro Aktie blieb mit 0,21 USD leicht hinter den optimistischen Markterwartungen von 0,25 USD zurück. Die Anleger zeigten sich dennoch begeistert, da das operative Kerngeschäft eine beeindruckende Hebelwirkung entfaltete. Das EBITDA verdoppelte sich auf starke 252,3 Mio. USD, parallel dazu generierte die Minengesellschaft einen rekordverdächtigen freien Cashflow von 194,6 Mio. USD. Die Produktion lief dank der starken Performance der mexikanischen Minen La Encantada und Santa Elena wie am Schnürchen. Insgesamt wurden im Quartal 3,8 Millionen Unzen Silber sowie 34.660 Unzen Gold zu Tage gefördert. Angesichts dieser operativen Stärke hob das Management die Produktionsprognose für das Gesamtjahr um rund 10 % an. Mit einer prall gefüllten Kasse von 1,25 Mrd. USD blickt das Unternehmen nun bestens gerüstet auf die kommenden Monate. Analysten auf der Plattform LSEG Refinitiv halten im Schnitt ein 12-Monats-Kursziel von 33,97 CAD für möglich. Immerhin 34 % über dem letzten Kurs von 26,30 CAD. Eine solide Sache!

Silber auf drei Kontinenten – Silver Hammer steigt mit Eric Sprott in eine neue Liga auf

Die nächste Silber-Opportunität startete in den USA. Der dort ansässige kanadische Entwickler Silver Hammer Mining Corp. (ISIN: CA8277331069 | WKN: A3C4PX) steht vor einer fundamentalen Veränderung seines Investmentprofils, denn aus dem bislang auf historische Silberminen in Idaho und Nevada fokussierten Explorer soll durch zwei angekündigte Übernahmen ein international aufgestelltes Edelmetallunternehmen werden. Das ursprüngliche Geschäftsmodell bestand aus der Neubewertung sogenannter Brownfield-Projekte mit historischer Produktion. Nun bringt die geplante Übernahme von Stroud Resources mit Santo Domingo in Mexiko erstmals eine bereits definierte Ressourcengrundlage in den Konzern. Für Santo Domingo werden rund 25,74 Mio. Unzen Silberäquivalent in der Kategorie „gemessen und angezeigt“ sowie weitere 13,39 Mio. Unzen abgeleitete Ressourcen bei durchschnittlich 134,91 g/t Silberäquivalent ausgewiesen – damit verändert sich die Qualität des Portfolios erheblich. Hinzu kommt die geplante Transaktion mit SilverMark Resources, über die Silver Hammer Zugang zu einem umfangreichen Projektpaket in Marokko einschließlich der historisch produzierenden Akka-Mine erhalten soll, womit neben Nordamerika auch Afrika als strategische Rohstoffregion auf die Landkarte rückt.

Präsident und CEO Peter A. Ball erklärte: „Die Übernahme von Stroud und SilverMark ist ein Schritt in Richtung unserer gemeinsamen Vision, ein global ausgerichtetes Silber-Explorationsunternehmen in fortgeschrittener Phase aufzubauen. Durch den Ausbau unserer Präsenz in diesem Sektor erwarten wir, den Zugang zu Kapital zu verbessern, unsere Marktpräsenz zu steigern und langfristigen Wert für die Aktionäre zu schaffen. Die Transaktion wird voraussichtlich ein Portfolio hochwertiger, fortgeschrittener Vermögenswerte sowie eine starke Ressourcenbasis mit einem erwarteten erheblichen Explorationspotenzial hinzufügen und unser Engagement in erstklassigen Bergbauregionen, darunter Mexiko und Marokko, erweitern.“

Der wohl auffälligste strategische Hebel ist jedoch der geplante Einstieg von Eric Sprott, der im Zuge der angekündigten Transaktionen zum Cornerstone Shareholder werden soll und damit dem Unternehmen nicht nur Kapital, sondern auch erhebliche Aufmerksamkeit innerhalb des internationalen Edelmetallsektors verschaffen könnte. Die geplante Finanzierung von bis zu 10 Mio. CAD soll die neue Gesellschaft finanziell unterfüttern und gemeinsam mit einem angekündigten Aktienzusammenschluss im Verhältnis 4:1 zu einer institutionell interessanteren Kapitalstruktur beitragen. Damit verschiebt sich die Bewertungslogik: Statt eines reinen Bohr- und Entdeckungswertes erhält der Markt künftig die Möglichkeit, eine Kombination aus bestehenden Ressourcen, historischen Produktionsstätten, Explorationspotenzial und strategischer Unterstützung durch einen prominenten Edelmetallinvestor zu bewerten.

Andererseits bleibt das ursprüngliche US-Portfolio keineswegs bedeutungslos, sondern liefert weiterhin mehrere kurzfristige Explorationskatalysatoren. Ins Rampenlicht stellt sich Silverton in Nevada, wo das Unternehmen im Frühjahr 2026 mit sechs Bohrungen über insgesamt 738 Meter unterhalb der historischen Abbaubereiche gebohrt hat und dabei bis zu 361 g/t Silber über 1,5 Meter nachweisen konnte. Auch das Flaggschiff Silver Strand besitzt erhebliches Explorationspotenzial, denn die historische Mine wurde lediglich bis etwa 90 Meter Tiefe abgebaut, während andere große Lagerstätten des Coeur-d’Alène-Distrikts Tiefen von mehr als 1.800 Metern erreichen. Weiterhin läuft die Exploration bei Eliza in Nevada, wo Silver Hammer Ende Juli ein neues Oberflächenprogramm gestartet hat und damit die Vorbereitung weiterer Bohrziele vorantreibt. Zusammen mit dem strategisch gelegenen Fahey-Projekt im Silver Valley entsteht eine ungewöhnlich breite Pipeline aus bestehenden Ressourcen, historischen Minen und noch weitgehend unerforschten Strukturen. Der entscheidende Punkt für Anleger lautet deshalb nicht mehr nur, ob Silver Hammer eine neue Silberzone entdeckt, sondern ob das Management die verschiedenen Projekte zu einem skalierbaren Portfolio mit mehreren voneinander unabhängigen Werttreibern zusammenführen kann. Die aktuelle Marktbewertung von 11 Mio. CAD reflektiert nur die „alte“ Silver Hammer. Die angekündigte Transformation und der Einstieg von Eric Sprott mit 10 Mio. CAD, macht diesen zum Hauptaktionär mit über 58 % Kapitalanteil. Die Zeichen stehen auf Sturm!

Zwei Länder, drei Metalle – Aftermath Silver vor der nächsten Neubewertung

Die nächste Silber-Opportunität liegt in Südamerika. Der dort ansässige kanadische Entwickler Aftermath Silver Ltd. (ISIN: CA00831V2057 | WKN: A2DMFN) schaltet beim Ausbau seines umfangreichen Rohstoffportfolios einen Gang höher. Im Mittelpunkt steht weiterhin das Berenguela-Projekt im peruanischen Puno, doch mit Challacollo in Nordchile kommt ein zweiter aktiver Silber-Katalysator hinzu. Berenguela besitzt bereits eine substanzielle Silber-Kupfer-Mangan-Ressource und damit eine Ausgangsbasis, von der viele Juniorunternehmen noch Jahre entfernt sind. Die historischen Ergebnisse liefern dafür eine bemerkenswerte Vorlage. Bohrloch AFD139 durchteufte 69 Meter mit 1,19 % Kupfer und 78 g/t Silber. Noch stärker fällt AFD100 ins Gewicht: 156 Meter mit 1,12 % Kupfer, 290 g/t Silber und 7,3 % Mangan ab der Oberfläche. Es handelt sich um den bislang längsten Kupferabschnitt des Projekts. Die aktuelle Kampagne untersucht nun, ob sich diese Mineralisierung weitere 50 beziehungsweise 100 Meter östlich fortsetzt. Zunächst sind bis zu 1.000 Bohrmeter vorgesehen, bei überzeugenden Ergebnissen kann das Programm ausgeweitet werden. Bei einem Kupferpreis nahe historischer Höchststände über 14.000 USD erhält dieser Teil der Berenguela-Story zusätzliches Gewicht. Bereits ein 30-Meter-Abschnitt mit 2,93 % Kupfer, 77 g/t Silber und 21 % Mangan demonstriert die Qualität einzelner Zonen. Die Bohrdaten aus inzwischen mehr als 15.000 Bohrmetern bilden damit ein immer dichteres geologisches Fundament für die weitere Projektentwicklung.

Neben der Ressourcenerweiterung arbeitet Aftermath bereits an der nächsten Entwicklungsstufe von Berenguela. Eine wirtschaftliche Bewertung (PFS) soll die entscheidenden Stellgrößen wie Investitionskosten, Betriebskosten, Metallausbeute und Produktionsprofil konkretisieren. Das Timing für Berenguela könnte kaum interessanter sein. Peru produzierte 2025 rund 2,77 Mio. Tonnen Kupfer und gehört damit bereits zu den drei größten Kupferproduzenten der Welt. Gleichzeitig umfasst die peruanische Projektpipeline laut den aktuellen Angaben 66 Bergbauprojekte, darunter 35 Kupferprojekte mit einem potenziellen Investitionsvolumen von mehr als 45 Mrd. USD. Damit verschiebt sich das Unternehmen zunehmend vom reinen Explorer in Richtung Projektentwickler. Die Infrastruktur spielt dem Projekt in die Karten. Strom- und Wasserversorgung sowie die Anbindung an den Pazifikhafen Matarani sind grundsätzlich vorhanden. Das reduziert einen Teil jener infrastrukturellen Risiken, die bei abgelegenen südamerikanischen Entwicklungsprojekten häufig erheblichen Einfluss auf CAPEX und Zeitplan haben.

Unmittelbar profitieren könnte der Investmentcase auch durch das zeitgleiche Bohrprogramm am Challacollo-Projekt in Nordchile. Dort untersucht Aftermath ein epithermales Silber-Gold-System, dessen Tiefenpotenzial bislang nur unzureichend getestet wurde. Das aktuelle Programm umfasst rund 800 Meter in fünf Diamantbohrungen. Im Fokus stehen drei Zielbereiche: die nördliche Fortsetzung der Lolon-Ader, die Lucy-North-Zone sowie Palermo North. Spannend ist die Geometrie des Systems: Die bisherige Exploration konzentrierte sich stark auf den Bereich bis etwa 200 Meter Tiefe und

Zusätzliche Aufmerksamkeit verdient die Aktionärsstruktur. Der renommierte Edelmetallinvestor Eric Sprott hält mehr als 25 % der Gesellschaft und ist damit ein gewichtiger Ankerinvestor. Für einen Junior-Explorer ist eine solche Beteiligung nicht nur ein Signal des Vertrauens, sondern kann bei späteren Finanzierungsrunden auch die Kapitalmarktposition stärken. Aftermath verfügt zudem über rund 20 Mio. CAD frisches Kapital. Damit besitzt das Unternehmen ausreichend finanziellen Spielraum, um die aktuellen Explorationsprogramme voranzutreiben und parallel die Entwicklung von Berenguela weiter zu konkretisieren. Das Chancenprofil wird dabei durch den Metallmix verstärkt. Silber profitiert von der Kombination aus monetärer Nachfrage und industrieller Nutzung, während Kupfer durch Elektrifizierung, Netzausbau, Rechenzentren und Energiewende strukturellen Rückenwind erhält. Mangan ergänzt diesen Rohstoffmix um einen weiteren strategisch relevanten Baustein. Der Investmentcase ist damit nicht mehr die Spekulation auf einen einzelnen Bohrtreffer, sondern zunehmend eine Wette auf die gleichzeitige Aufwertung mehrerer Projekte. Das Researchhaus Redcloud vergibt ein „Kauf“-Rating mit Kursziel 1,30 CAD, rund 50 % über den letzten Kursen bei 0,80 CAD. Das gesamte Portfolio wird aktuell mit 276 Mio. CAD bewertet – wenig Geld für viel Opportunität.

Space X – Wie Elon Musk den nächsten Weltkonzern schmiedet

Der Neuling an der NASDAQ heißt Space Exploration Technologies Corp. (ISIN: US84615Q1031 | WKN: A42D4F). Für das Geschäftsmodell von SpaceX spielen Metalle eine absolut fundamentale Rolle. Denn anders als in der traditionellen Luft- und Raumfahrt, die stark auf extrem teure Kohlenstofffasern setzt, basiert Elon Musks Strategie auf Massenproduktion, Wiederverwendbarkeit und extrem niedrigen Materialkosten. Der Konzern ist mittlerweile Großabnehmer für Aluminium-Lithium-Legierungen, Kupfer, Silber und Sondermetalle wie Gallium.

Die von Elon Musk geführte Raumfahrt- und Technologiegruppe vollzog im Juni 2026 den größten Börsengang aller Zeiten und katapultierte sich kurzzeitig auf eine Bewertung von knapp 1,8 Bill. USD, damit war das Unternehmen zeitweise mehr wert als Meta und Tesla zusammen. Doch der Euphorie folgte schnell der Ernüchterungseffekt: Vom Zwischenhoch bei 225 USD rutschte die Aktie um rund die Hälfte ab, getrieben durch Gewinnmitnahmen und wachsende Zweifel an der extremen Bewertung. Obwohl SpaceX im ersten Quartal nach dem IPO bereits 7,8 Mrd. USD Umsatz erzielte, blieb das Ergebnis erwartungsgemäß rot. Die massiven Investitionen in Starlink, Starship und KI-Infrastruktur belasten die Bilanz weiter. Die Analystenmeinungen könnten kaum weiter auseinanderklaffen: Morningstar etwa beziffert den fairen Wert des Unternehmens auf nur 780 Mrd. USD, was rechnerisch einem Kurs von rund 58 USD je Aktie entspräche. Auf der Plattform LSEG Refinitiv setzen die Experten ein mittleres Kursziel von 234 USD an, das wäre mehr als die Euphoriekurse der ersten Tage.

Gerade weil in den vergangenen Wochen intensiv auf fallende Kurse gewettet wurde, stehen Shortseller nun unter Druck. Denn mit dem Auslaufen der ersten Lock-up-Tranche müssen sie ihre Positionen teilweise eindecken und das zu Kursen, die deutlich über dem Niveau vom Juli liegen. Die zweite Freigabe weiterer Insider-Anteile steht bereits bevor, was die Dynamik zusätzlich anheizen könnte. Wie sich dieses Spannungsfeld aus überhöhter Bewertung, massiven Investitionsplänen und dem technischen Druck durch Short-Covering auflöst, bleibt eine der spannendsten Fragen an den Märkten. Elon Musk selbst ist überzeugt in nur 5 Jahren an der Spitze der Technologiebörse NASDAQ zu stehen. Mit Tesla hatte er das im Automobil-Sektor unter Beweis gestellt. Alles ist möglich!

Fazit

Am Silbermarkt mehren sich die Signale, dass sich im Umfeld von 60 US-Dollar ein tragfähiger Boden formiert. Getrieben von anhaltenden strukturellen Angebotslücken und einer robusten Industrienachfrage – allen voran aus Technologie- und Energiewende-Segmenten – bleibt die Investment-Story für das Weißmetall intakt. Neben bereits stark gelaufenen Large Caps wie First Majestic Silver rücken zunehmend kleinere Explorationsunternehmen ins Rampenlicht, die als gehebelte Wette auf einen anziehenden Rohstoffzyklus gelten. Titel wie Silver Hammer oder Aftermath Silver bieten hier überdurchschnittliches Kurspotenzial, da sie in Aufschwungsphasen erfahrungsgemäß deutlich dynamischer reagieren als etablierte Produzenten. SpaceX zählt zu den Abnehmern zahlreicher Metalle und agiert dabei klassisch als Preisnehmer. Selten sorgte ein neu gelistetes Unternehmen für derart kontroverse Einschätzungen unter Marktexperten.

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