Dekarbonisierung, NetZero-Ziele und Elektrifizierung sind drei Seiten eines magischen Dreiecks westlicher Zukunftsvorstellungen. Geht es nach den Protagonisten dieser Agenda, sollen alle Fortbewegungsmittel, logistische Fahrzeuge und der öffentliche Verkehr in eine elektrisierte Welt überführt werden. Als logische Konsequenz einer aktiven Treibhausgas-Vermeidungspolitik müsste perspektivisch aber auch der Individualverkehr auf Batteriebetrieb umgestellt werden. Im Jahr 2025 erreicht der globale Gesamtbestand der Stromer mit 74 Millionen Einheiten einen Anteil von immerhin 5,7 %. Bei den Neuzulassungen führt China mit 55 % Anteil, gefolgt von Europa mit 28 % und Südostasien mit 20 %. Im letzten Jahr wurden weltweit immerhin schon mehr als 20 Millionen Elektrofahrzeuge abgesetzt. Der größte Teil des aktuellen Bestands entfällt auf China, gefolgt von den USA und Deutschland. Noch immer gibt es limitierende Faktoren wie die Verfügbarkeit einer günstigen Lade-Infrastruktur, leistungsfähige Aggregate und die schlagende Knappheit bei kritischen Metallen. Geopolitische Konflikte alla Iran oder Ukraine verschärfen den Kampf um diese Rohstoffe zusätzlich, da auch der Rüstungssektor mittlerweile als großer Nachfrager auftritt. Damit stehen Minenbetreiber weltweit unter erheblichen Druck ihre Liegenschaften rapide zu erweitern, aber nicht immer erweisen sich Vorkommen als industriell verwertbar. Der internationale Wettlauf um wichtige Mineralien schafft ein gutes Umfeld für Investoren, die das Gebot der Stunde in ihre Portfoliostrategie verankern. Die Zeit drängt!

Graphit und Kupfer – Alles dreht sich um die Elektrifizierung

Im Fokus der elektrischen Transformation vor allem stehen Kupfer- und Graphit. Dabei ist deren Beschaffung zu einem Husarenritt geworden. Denn die globalen Lieferketten sind sehr fragil geworden und entwickeln sich zunehmend zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor für die Hightech-, Energiespeicher- und E-Mobilitätsindustrie. Beide Rohstoffe bilden das Fundament moderner E-Technologien: So sorgt das Kupfer für die elektrische Leitfähigkeit in Stromnetzen, Rechenzentren und Elektrofahrzeugen, während Graphit als unverzichtbarer Anodenwerkstoff das Herzstück nahezu jeder Lithium-Ionen-Batterie bildet. Mit dem rasanten Ausbau der Elektrifizierung wächst die geopolitische Bedeutung der Kontrolle über diese Wertschöpfungsketten. Nicht von ungefähr versucht die US-Administration als „globale Polizei“ diese Beschaffungswege zu sichern, bzw. politisch instabile Systeme zu substituieren. 70 % aller Kriege drehten sich historisch um die Verfügbarkeit von fruchtbarem Land und seinen Rohstoffen.

Vor allem bei Graphit besitzt China eine außergewöhnlich dominante Marktstellung, die weit über den Bergbau hinaus bis in die Weiterverarbeitung reicht. Seit den ersten Exportbeschränkungen Ende 2023 und deren Ausweitung in den Jahren 2025 und 2026 wird deutlich, dass Rohstoffe zunehmend als wirtschafts- und industriepolitisches Instrument eingesetzt werden. Nach Analysen der OECD unterliegt inzwischen nahezu die Hälfte des weltweiten Graphithandels strengen Exportauflagen, wodurch sich die Versorgungslage für internationale Industrieunternehmen erheblich verschärft. Besonders Japan und Südkorea geraten dadurch unter Druck, da ihre Batterie-, Elektronik- und Automobilindustrien auf hochreinen Industriegraphit angewiesen sind, eigene Rohstoffquellen jedoch kaum vorhanden sind. Ähnlich verhält es sich bei Kupfer, dessen Einsatz in Elektrofahrzeugen, Schnellladeinfrastruktur, Stromnetzen und KI-Rechenzentren kontinuierlich zunimmt und steigende Knappheiten zu Belastungen der gesamten Lieferkette führen.

Eine aktuelle Studie der International Energy Agency (IEA) prognostiziert, dass sich der Bedarf an kritischen Mineralien für die Energiewende bis 2040 gegenüber dem heutigen Niveau vervielfachen wird, wobei Kupfer und Graphit zu den wichtigsten Engpassrohstoffen zählen. Auch das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI kommt in seinen Analysen zu dem Ergebnis, dass Europa den Aufbau eigener Verarbeitungs- und Raffineriekapazitäten deutlich beschleunigen muss, um strategische Abhängigkeiten zu reduzieren. Entsprechend intensivieren die EU, Kanada und Australien ihre Förderprogramme und Rohstoffpartnerschaften, um alternative Produktions- und Verarbeitungs-Fazilitäten außerhalb Chinas aufzubauen. Konkret besteht ein großer Bedarf an neuen Verarbeitungszentren für mikronisierten Graphit, der für Batterieanoden, Hochleistungselektronik sowie industrielle Spezialanwendungen benötigt wird. Großvolumige Lieferverträge zwischen Minengesellschaften, Batterieherstellern und staatlichen Institutionen verdeutlichen, dass Versorgungssicherheit inzwischen ein ebenso wichtiges Entscheidungskriterium geworden ist, wie Preis oder Qualität. Dennoch dürfte das Angebot an nicht-chinesischem Graphit und hochwertigem Kupfer in den kommenden Jahren begrenzt bleiben, da neue Projekte erst nach langen Genehmigungs- und Bauphasen ihre volle Produktionskapazität erreichen.

International Graphite – Aufbau einer westlichen Graphit-Lieferkette

Die Neuordnung der globalen Rohstoffströme verändert die Spielregeln für die Industrie grundlegend und rückt Unternehmen in den Mittelpunkt, die nicht nur Lagerstätten besitzen, sondern komplette Wertschöpfungsketten beherrschen. International Graphite (ISIN: AU0000210957 | WKN: A3DJY5) verfolgt diesen Ansatz und entwickelt sich Schritt für Schritt von einem Projektentwickler zu einem integrierten Anbieter hochwertiger Graphitprodukte für die Batterie-, Hightech- und Industriebranche. Das Geschäftsmodell setzt dabei bewusst auf die Verarbeitung als margenstärksten Teil der Wertschöpfung und kombiniert eigene Rohstoffressourcen mit moderner Veredelungstechnologie sowie einer internationalen Produktionsplattform. Angesichts der zunehmenden Elektrifizierung von Wirtschaft und Gesellschaft wächst Graphit zu einem strategischen Zukunftsrohstoff heran, dessen Bedeutung inzwischen mit jener von Kupfer oder Lithium vergleichbar ist.

Laut OECD ist mittlerweile rund 47 % des weltweiten Graphithandels von Exportbeschränkungen betroffen. Europa steht dabei besonders unter Zugzwang, denn nach Branchenschätzungen werden derzeit weniger als 0,1 % des europäischen Graphitbedarfs aus eigener Produktion gedeckt, während die Nachfrage bis zum Ende des Jahrzehnts auf rund 480.000 Tonnen jährlich steigen dürfte. International Graphite hat diesen Bedarf für sich entdeckt und verfolgt eine Strategie, die Versorgungssicherheit, industrielle Wertschöpfung und wirtschaftliche Effizienz miteinander verbindet. Herzstück ist der Aufbau einer internationalen Verarbeitungsplattform mit zwei Standorten, welche bereits ab 2027 Produktionsumsätze generieren sollen. So entsteht im australischen Collie die erste kommerzielle Graphit-Mikronisierungsanlage des Landes, die hochwertige Industriegraphite und später Vorprodukte für Batterieanoden herstellen soll und dabei auf eine bereits aufgebaute Pilotanlage sowie staatliche Förderprogramme aufbaut.

Sehr interessant erscheinen auch die Aktionen in der EU. Gemeinsam mit dem italienischen Chemiekonzern Alkeemia strebt man den Aufbau eines europäischen Graphit-Verarbeitungshubs im Industriezentrum Porto Marghera bei Venedig voran. Dort profitieren beide Partner von einer bereits vorhandenen chemischen Infrastruktur mit Hafen-, Bahn-, Labor-, Lager- und Energieversorgung sowie einer modernen Graphitreinigungstechnologie, wodurch Investitionskosten, Projektrisiken und die Zeit bis zum Markteintritt erheblich reduziert werden sollen. Die zunächst auf rund 10.000 Tonnen Jahreskapazität ausgelegte Anlage soll innerhalb weniger Jahre auf etwa 15.000 Tonnen erweitert werden und europäische Kunden aus den Bereichen Energiespeicher, Elektromobilität, Hochleistungselektronik und Industrie direkt beliefern. International Graphite hält an der Unternehmung einen Gesellschaftsanteil von 49 %.

Das Rohmaterial soll flexibel sowohl aus der eigenen hochgradigen Springdale-Lagerstätte in Western Australia als auch von internationalen Produzenten und Handelshäusern stammen. Springdale gilt dabei als langfristige Rohstoffbasis und eröffnet die Perspektive, über Jahrzehnte eine sichere Versorgung mit hochwertigem Flockengraphit sicherzustellen. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen an der nächsten Ausbaustufe seiner Strategie, indem die heutige Produktion von mikronisiertem Industriegraphit langfristig in die Fertigung von aktivem Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien überführt werden soll, einem Marktsegment mit deutlich höheren Margen und strukturellem Nachfragewachstum. Die australische Regierung unterstützt diese Entwicklung durch Förderprogramme. Ebenso förderlich erscheinen Mitgliedschaften in europäischen Industrieinitiativen wie der European Battery Alliance und der European Raw Materials Alliance, die den Aufbau unabhängiger Lieferketten für kritische Rohstoffe forcieren.

Mit der Mitte Juni erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung über 4 Mio. AUD wurden zusätzliche finanzielle Mittel bereitgestellt, um die Entwicklungsarbeiten in Australien und Europa konsequent voranzutreiben und weitere Projektfinanzierungen vorzubereiten. Das Management verfügt über jahrzehntelange Erfahrung entlang der gesamten Graphit-Wertschöpfungskette von Exploration und Aufbereitung bis hin zur Vermarktung industrieller Spezialprodukte und verfolgt konsequent einen kapitaleffizienten Entwicklungsansatz, der auf bestehende Industrieinfrastruktur statt auf kostenintensive Greenfield-Projekte setzt.

Chairman Phil Hearse kommentiert: „Dies ist der Beginn der Entwicklung der Graphitanodentechnologie in der australischen Batterieindustrie. International Graphite wird sein Wissen und seine Erfahrung in der Entwicklung von Batterieanodenmaterialien weiter ausbauen, während wir auf den künftigen kommerziellen Betrieb zusteuern.“

Sollten die Projekte in Collie und Porto Marghera wie geplant in Produktion gehen, könnte International Graphite zu den wenigen westlichen Unternehmen gehören, die eine nahezu vollständige Mine-to-Market-Wertschöpfungskette für hochwertigen Industriegraphit anbieten und damit von der tiefgreifenden Neuordnung der globalen Lieferketten überdurchschnittlich profitieren. Mit einer Marktkapitalisierung von nur 10 Mio. AUD sollten risikobewusste Anleger nicht zögern, die Anzahl vergleichbarer hochwertiger Graphit-Projekte ist verschwindend.

Arctic Minerals – Ein Baustein für Europas Zugang zu kritischen Metallen

Neben Graphite besteht insbesondere bei Kupfer einer der größten Herausforderungen für die nächsten Jahrzehnte. Denn das Kupferdefizit wächst laut Rohstoff-Research-Instituten derzeit Jährlich um 3 bis 5%. Der steigende Elektrifizierungsgrad unseres Lebens lässt die Nachfrage nach dem roten Metall strukturell wachsen und macht neue Lagerstätten zu einem geopolitisch bedeutenden Gut. Davon profitieren insbesondere Explorationsunternehmen in politisch stabilen Regionen, die das Potenzial besitzen, Europas Rohstoffabhängigkeit langfristig zu reduzieren.

Der schwedische Explorationskonzern Arctic Minerals (0,63 EUR | SE0024172779) konzentriert sich auf die Suche nach Kupfer, Gold und Silber in rohstoffreichen Regionen Skandinaviens und gehört zu den kleineren, aber strategisch interessanten Explorationsunternehmen Europas. Im Mittelpunkt steht dabei das Hennes-Bay-Projekt in der schwedischen Provinz Dalsland, das sich zunehmend zu einem der interessantesten Kupfer-Silber-Projekte Nordeuropas entwickelt. Bereits heute verfügt das Projekt über eine JORC-konforme Mineralressource von rund 55,4 Mio. Tonnen mit durchschnittlich 1,0 % Kupferäquivalent, was rund 543.000 Tonnen enthaltenem Kupferäquivalent beziehungsweise etwa 447.000 Tonnen Kupfer und knapp 37 Mio. Unzen Silber entspricht. Dabei bildet diese Ressource lediglich einen kleinen Teil des insgesamt rund 402 Quadratkilometer großen Explorationsgebiets abbildet. Neue geophysikalische Modellierungen deuten darauf hin, dass sich das mineralisierte System über eine Fläche erstrecken könnte, die etwa zehnmal größer ist als der bisher definierte Ressourcenkörper, während bislang erst rund ein Drittel des Lizenzgebiets mit modernen Messmethoden detailliert untersucht wurde.

Um mehr Informationen über die Erzkörper zu erhalten plant Arctic Minerals ein rund 4.000 Meter umfassendes Diamantbohrprogramm sowie zusätzliche geophysikalische Untersuchungen, um die neu identifizierten Zielgebiete systematisch zu testen. Das Genehmigungsverfahren wurde erfolgreich angestoßen. Gemeinsam mit fünf international erfahrenen Spezialberatern werden derzeit umfangreiche Umwelt-, Hydrologie- und Naturstudien durchgeführt, die als Grundlage für die geplante Abbaugenehmigung dienen und den Antrag auf eine Exploitation Concession bis Ende 2027 vorbereiten sollen. Hennes Bay dürfte so in absehbarere Zeit von einem reinen Explorationsprojekt hin zu einem konkreten Minenentwicklungsprojekt übergehen.

CEO Peter George ist stolz auf den bisher erreichten Entwicklungsstand: „Das Genehmigungsprogramm zu starten ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung der für den Bau von Hennes Bay nötigen Lizenzen. Schweden hat ein strenges Genehmigungsverfahren im Bergbau und unser Ansatz spiegelt die Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten in der Region wider.“

Ergänzend arbeitet Arctic Minerals am Swan-Lake-Projekt im Norden Schwedens, das sich über weitere 218 Quadratkilometer erstreckt und in einer geologischen Umgebung liegt, die für großvolumige Kupfer-Gold-Porphyrsysteme bekannt ist. Erste Oberflächenproben mit Gehalten von bis zu 0,7 % Kupfer, 0,16 g/t Gold und 55 g/t Silber sowie großflächige geophysikalische Anomalien unterstreichen auch dort das langfristige Explorationspotenzial. Mit einer Börsenbewertung von lediglich rund 26 Mio. EUR erscheint Arctic Minerals im Vergleich zur Größe seiner Projektpipeline und den bisherigen Ressourcendefinitionen weiterhin sehr moderat bewertet. Vor dem Hintergrund des weltweit steigenden Kupferbedarfs und der politischen Bestrebungen, die europäische Versorgung mit kritischen Rohstoffen unabhängiger zu gestalten, besitzt das Unternehmen damit einen klaren strategischen Hebel, der weit über den klassischen Explorationswert hinausreichen könnte. Die aktuelle Konsolidierung im Rohstoff-Umfeld bietet gute Einstiegspunkte im Bereich 0,45 bis 0,50 EUR!

VW versus BYD – Margenkampf drückt auf die Profitabilität

Große Kupfer- und Graphit-Nachfrager sind schon immer die globalen Automobil-Hersteller. Sie brauchen kritische Metalle für Motor, Karosserie und natürlich die Batterie. Durch die stetige Verteuerung der Bestandteile sinkt die Marge in der Produktiion, zusätzlich tobt am Ladentisch ein ruinöser Preiskampf, der VW (ISIN: DE0007664039 | WKN: 766403) nun zwingt, weltweit über 100.000 Arbeitsplätze nachzudenken. Der Konzern reagiert damit auf simultane Belastungsfaktoren aus Europa, China und Nordamerika: Schwächere Nachfrage, intensiver Wettbewerb im EV-Segment, hohe Investitionsanforderungen in Software und Batterietechnologie sowie steigende Standortkosten in Deutschland.

Diese Gemengelage zwingt den Konzern zu einer umfassenden Effizienzagenda. Im Zentrum steht ein weitreichendes Restrukturierungsprogramm, das bis zum Ende des Jahrzehnts den Abbau von Stellen und die Schließung von Werken vorsieht, davon einen erheblichen Teil in der Kernmarke Volkswagen. Zielgröße ist eine operative Marge im Bereich von 8 bis 10 %, was einen deutlichen Bruch mit der bisherigen Ertragsrealität darstellt. Erschwerend kommt hinzu: Interne Einschätzungen des Managements weisen auf strukturelle Wettbewerbsnachteile in Produktivität und Komplexität hin. Die VW-Aktie reflektiert diese Unsicherheit mit einer Bewertung auf 4-Jahrestief und einem historisch niedrigen KGV-Niveau von unter 5. Investoren sollten aufgrund der Anpassungsprozesse für 2026/27 mit Sonderabschreibungen in Milliardenhöhe und einer Dividendenkürzung rechnen. Damit ist aus heutiger Sicht noch nicht klar, ob 72 EUR schon „Unten“ ist.

Der externe Druck ist enorm, denn insbesondere chinesische Wettbewerber wie BYD (ISIN: CNE100000296|WKN: A0M4W9) erhöhen den Preis- und Innovationsdruck auf dem europäischen Markt. Trotz aggressiver internationaler Expansion befindet sich BYD in einer Phase erhöhter Ergebnisvolatilität. Während der Konzern in China weiterhin von Skaleneffekten und einer integrierten Lieferkette profitiert, belastet ein intensiver Preiskampf im Heimatmarkt mit ca. 100 verschiedenen Anbietern zunehmend die Margenstruktur. Die Folge ist eine klare Bewertungs- und Kurskorrektur. Nachdem sich der Titel seit seinem 2025er Hoch bei 18 EUR zeitweise bei 10 EUR stabilisieren konnte, sank er zuletzt jedoch wieder auf neue Mehrjahrestiefs von ca. 8,20 EUR. Auch hier wird auf der Plattform LSEG ein KGV 2026e von ca. 10 ausgewiesen. So günstig war BYD noch nie zu haben.

Die globale Automobilindustrie verschiebt sich zunehmend von einem klassischen Volumengeschäft hin zu einem rohstoff- und technologiegetriebenen Wettbewerbsmodell. Große Hersteller wie BYD und VW arbeiten an der Absicherung strategischer Rohstoffe und verankern die Stabilität ihrer Lieferketten explizit in ihren Strategien für 2026, da die Verfügbarkeit und der Preis dieser Metalle zunehmend über Kostenstruktur und Endkundenpreis entscheiden. Der zentrale Investmentkonflikt liegt damit weniger im Wachstum, sondern in der Fähigkeit, steigende Rohstoffkosten, intensiven Wettbewerb und hohe Transformations-Investitionen in nachhaltige Ertragskraft zu überführen. In dieser Hinsicht bleiben technologische Innovationen und der Margenkampf die entscheidenden Gewinnstellschrauben der kommenden Jahre – mit offenem Ausgang für beide Konzerne.

Fazit

Graphit und Kupfer sind die zentralen Bestandteile der globalen Energiewende. Während die Nachfrage durch Elektromobilität, Energiespeicher, Digitalisierung und Netzinfrastruktur strukturell wächst, bleibt das Angebot durch lange Projektlaufzeiten, Genehmigungsprozesse und geopolitische Risiken begrenzt. Daraus resultiert eine sich abzeichnende Angebotslücke, die den Markt bereits heute in Form steigender Preise und wachsender Bewertungsniveaus widerspiegelt. Während größere Produzenten Stabilität liefern, bieten spezialisierte Explorer oder Developer wie International Graphite oder Arctic Minerals erhebliches Aufwertungspotenzial. Insbesondere in einem Marktumfeld, das von strukturellem Defizit und politischer Priorisierung geprägt ist. Eine selektive und diversifizierte Allokation entlang der Rohstoff-Wertschöpfungskette senkt das Portfoliorisiko signifikant.

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