Die europäische Energieversorgung steht im Sommer 2026 infolge der militärischen Eskalation am Persischen Golf vor einer ihrer schwersten Zerreißproben. Der offene Krieg unter Beteiligung des Iran hat die globale Energie-Infrastruktur seit Frühjahr tiefgreifend erschüttert. Im Zentrum der Krise steht die weitgehende Blockade der Straße von Hormus, durch die bis zum Konfliktausbruch rund 20 Prozent des weltweiten Flüssigerdgases (LNG) transportiert wurden. Zusätzlich trafen gezielte iranische Angriffe die strategisch kritische LNG-Anlage im katarischen Ras Laffan, was zu einem plötzlichen Einbruch von Katars Exportkapazitäten um 17 Prozent führte. Da die notwendigen Reparaturarbeiten voraussichtlich drei bis fünf Jahre andauern werden, fällt dieser Schlüsselstaat als verlässlicher Partner für die Europäische Union langfristig zurück. Diese physische Verknappung löste an den Handelsplätzen einen massiven Preisschock aus, der die europäischen Importkosten für fossile Brennstoffe zeitweise um 47 Milliarden EUR in die Höhe trieb. Um den dramatischen Wegfall der Golf-Importe zu kompensieren, musste die Europäische Union ihre Versorgungsarchitektur in kürzester Zeit radikal umbauen. Anleger sollten einen geschärften Blick auf die aktuelle Situation haben, auch wenn der Ölpreis Sorte Brent in einer Crashbewegung wieder 40 % von seinem Krisenhochs bei 120 USD abgegeben hat. Wie steht es um die Gasspeicher und welche Ideen hat Brüssel, um die EU-Energieversorgung zu stabilisieren.

Bestandsaufnahme EU-Energiepolitik – Wurde in den letzten Krisen etwas dazugelernt?

Um den dramatischen Einbruch der Golf-Importe zu kompensieren, musste die Europäische Union ihre Versorgungsarchitektur in kürzester Zeit radikal umbauen. Die wichtigste Säule bilden nun die USA, die mittlerweile rund 60 % aller europäischen LNG-Importe abdecken und als energetischer Anker fungieren. Auf der Pipeline-Seite liefert Norwegen unter maximaler technischer Auslastung und stellt über 54 % des europäischen Pipeline-Gases bereit. Ergänzend haben sich die Importe aus Algerien deutlich erhöht, um die entstandenen Lücken im kontinentalen Netz zu schließen. Trotz aller politischen Bemühungen im Rahmen des „REPowerEU“-Programms bleibt die EU jedoch in einer moralischen und logistischen Zwickmühle, da sie weiterhin rund 17 % ihres LNGs sowie knapp 10 % des Pipeline-Gases auf Umwegen wie Ungarn und der Türkei aus Russland bezieht. Diese verbleibende Abhängigkeit von Moskau verdeutlicht, wie eng der Spielraum der europäischen Einkäufer auf dem globalen Markt geworden ist.

Die direkten Auswirkungen dieser geopolitischen Verwerfungen zeigen sich nun drastisch im historisch schlechten Stand der europäischen Gasspeicher. Nach einem unerwartet kalten Winter endete die Ausspeicherung im Frühjahr mit einem kritischen Füllstand von nur rund 31 %, was dem niedrigsten Wert seit dem Krisenjahr 2022 entspricht. Zu der physischen Knappheit gesellt sich ein ökonomisches Paradoxon, da Gas am Spotmarkt für den Sommer wegen der Golf-Krise teurer gehandelt wird als die Terminkontrakte für den Winter. Diese inverse Preiskurve entzieht den privaten Gashändlern jeglichen wirtschaftlichen Anreiz, die Speicher eigenständig und vorausschauend für die Heizperiode zu befüllen. Vor diesem Hintergrund warnen Analysten und die Europäische Kommission eindringlich davor, dass das offizielle EU-Ziel einer 90-prozentigen Speicherbefüllung bis zum November ohne staatliche Interventionen verfehlt wird. Zwar gilt das Erreichen einer Sicherheitsmarke von immerhin 75 bis 80 % unter maximaler Nutzung von US-LNG als realistisch, doch fordert dies von den europäischen Einkäufern zusätzliche finanzielle Kraftanstrengungen in Höhe von 10 bis 15 Mrd. EUR. Am Ende zeigt die aktuelle Krise, dass Europas Winterfestigkeit im Jahr 2026 nicht mehr nur eine Frage der Logistik, sondern vor allem ein extrem teurer Kraftakt staatlicher Marktregulierung ist.

Was hat die EU aus der letzten Gaskrise zur Corona-Pandemie gelernt? Die Europäische Union ihre Abwehrfähigkeit gegen Lieferausfälle durch strikte gesetzliche Mechanismen und einen beschleunigten Infrastrukturumbau massiv gestärkt. Die wichtigste Säule bildet das bis Ende 2027 verlängerte EU-Gasspeichergesetz, das die Mitgliedstaaten zu einer 90-prozentigen Befüllung vor jedem Winter verpflichtet und durch staatliche Einspeicherrabatte finanziell gestützt wird. Um ruinöse Bieterwettkämpfe zwischen den Mitgliedsländern zu verhindern, bündelt die gemeinsame Plattform „AggregateEU“ die kontinentale Gasnachfrage für eine stärkere Verhandlungsposition auf dem Weltmarkt. Zudem zwingt die verschärfte REPowerEU-Verordnung alle EU-Staaten per Gesetz dazu, bis November 2027 vollständig und unumkehrbar aus russischem Pipeline- und Flüssiggas auszusteigen. Fällt das Gas aus der Golfregion dauerhaft aus, kann die EU dank zahlreicher neuer schwimmender LNG-Terminals flexibel auf Tankerlieferungen aus den USA oder Westafrika ausweichen. Flankierend dazu pumpen erweiterte Pipeline-Korridore aus Algerien und Aserbaidschan zusätzliche Gasmengen direkt nach Südeuropa. Langfristig setzt die Union auf den beschleunigten Markthochlauf von heimischem Biomethan und grünem Wasserstoff, um fossiles Erdgas in der Industrie direkt zu ersetzen. Der beispiellose Zubau von Wind- und Solarkraft sowie der Einbau von Wärmepumpen senken den Gasbedarf im Strom- und Wärmesektor perspektivisch. Ungarn galt bis zur Abwahl Victor Orbans als Drehscheibe für die Europäische Gasversorgung. Die neue Regierung hat mit der pro-russischen Energiepolitik Orbáns gebrochen. Nachfolger im Amt Péter Magyar hat angekündigt, die Abhängigkeit von russischen Energieimporten bis zum Jahr 2035 vollständig zu beenden. Für Ungarn ergibt sich nun die Möglichkeit, eigene Gasreserven die mobilisieren, um dem europäischen Energie-Vakuum ab 2027 marktpolitisch zu begegnen.

CanCambria Energy Corp. – Milliardenprojekt in Ungarn rückt in die nächste Entwicklungsphase

Vor Ort treffen wir auf den kanadischen Gas-Explorer und Developer CanCambria Energy Corp. (ISIN: CA13740E1079 | WKN: A3EKUB). Während Europa seine Energieversorgung zunehmend neu ordnet, positioniert sich das Unternehmen als spezialisierter Explorations- und Entwicklungsanbieter für Tight-Gas-Projekte im Herzen des Kontinents. Das zu 100 % kontrollierte Kiskunhalas-Projekt in Südungarn ist bestens geeignet für moderne nordamerikanische Fördertechnologien. Das potenzielle Fördergebiet ist geologisch abgesichert, denn hier befindet sich eine potenziell bedeutende Gas- und Kondensat-Quelle im Boden, die nun für den europäischen Markt erschlossen werden soll. Das Projekt umfasst rund 13.150 Hektar zusammenhängender Lizenzfläche und verfügt bereits über umfangreiche 3D-Seismik sowie eine unabhängige Ressourceneinschätzung von rund 627 Mrd. Kubikfuß Erdgas und 66,5 Mio. Barrel Kondensat beziehungsweise NGL, womit sich ein risikoadjustierter Projektwert im Milliardenbereich ableiten lässt.

Für Investoren stellt jedoch nicht allein die Ressource den künftigen Wert dar, sondern der inzwischen weit fortgeschrittene Joint-Venture-Prozess, mit dem CanCambria einen strategischen Partner für bis zu 50 % des Projekts gewinnen möchte. Nachdem der von der Raiffeisen Bank International begleitete Farmout-Prozess bereits Ende 2025 eingeleitet wurde, konnten mehrere internationale Interessenten identifiziert werden, welche inzwischen die technische Prüfung des Projekts erfolgreich abgeschlossen haben. Damit ist eine der anspruchsvollsten Hürden der „Due Diligence“ genommen und die Gespräche befinden sich inzwischen auf kommerzieller Ebene, wo die Eckpunkte einer Partnerschaft ausgearbeitet werden. Ziel bleibt der Abschluss einer verbindlichen Vereinbarung noch im Verlauf des Jahres 2026, sodass die ersten Bohrarbeiten bereits im ersten Quartal 2027 beginnen und eine erste Gasproduktion Mitte 2027 möglich werden könnte.

Ein erfolgreicher Abschluss wäre weit mehr als nur eine Finanzierungslösung, da ein Industriepartner gleichzeitig die technische Validierung des Projektes unterstreichen und das Entwicklungsrisiko deutlich reduzieren würde. Nebenbei erweitert CanCambria kontinuierlich sein Explorationspotenzial innerhalb der bestehenden Konzession und identifizierte zuletzt einen rund 350 km² großen oberflächennahen Explorationskorridor im nördlichen Lizenzgebiet. Dort werden inzwischen mehr als 20 historische Öl- und Gasfelder analysiert, welche zusammen bereits über 160 Mio. Barrel Öläquivalent produziert haben und damit auch die Leistungsfähigkeit des regionalen Erdölsystems eindrucksvoll dokumentieren. Moderne geophysikalische Auswertungen und eine neue proprietäre 3D-Seismik sollen nun mehrere kostengünstigere Bohrziele definieren, die neben dem großen Tiefengasprojekt zusätzliche kurzfristigere Produktionsmöglichkeiten eröffnen könnten. Die Kombination aus der langfristig skalierbaren Tight-Gas-Entwicklung und potenziell schneller erschließbaren Satellitenlagerstätten verbessert das Chancen-Risiko-Profil des Unternehmens erheblich. Rückenwind erhält diese Strategie zusätzlich durch den europäischen Gasmarkt, der trotz hoher LNG-Importe weiterhin unter struktureller Angebotsknappheit Vor diesem Hintergrund gewinnen regionale Förderprojekte deutlich an strategischer Bedeutung. CanCambria ist somit heute nicht nur als klassischer Explorationswert interessant, sondern fungiert als Lückenschließer und potenzieller Baustein für die zukünftige europäische Versorgungssicherheit. Das Erreichen wichtiger operativer Meilensteine in den kommenden Quartalen könnte zu einer kompletten Neubewertung der Gesellschaft führen. Aktuell können risikobewusste Investoren bei etwa 0,30 CAD oder einer Marktkapitalisierung von 38,5 Mio. CAD dabei sein. Aktiver Handel auch auf Tradegate!

Shell und Nel ASA – Die europäische Energieversorgung im Visier

Die historische Umbruchphase in der europäischen Energieversorgung ist für Menschen auf der Straße schwer verständlich, denn über Jahrzehnte hatte Russland die EU zu niedrigen Preisen und mit hoher Zuverlässigkeit beliefert. Mit dem Überfall auf die Ukraine hat sich die westliche Politik dazu entschlossen, ab 2027 keine russischen Importe von fossiler Energie mehr zuzulassen. Damit wird die Versorgungssicherheit wird für die nächsten Jahre zu einer Herausforderung. Die Europäische Union setzt mit ihren vor einigen Jahren beschlossenen Dekarbonisierungszielen auf den exzessiven Ausbau erneuerbarer Energien, gefragt ist künftig also ein Energie-Mix, der kurzfristige Stabilität und langfristige Transformation miteinander verbindet. So wohlklingend dieser mittelfristige Lösungspfad auch scheint, er birgt kurzfristig große Einschnitte und dauerhaft hohe Energiekosten, die in erster Linie den Industrie-Standort Europa gefährden. An dieser Schnittstelle nehmen Unternehmen wie Shell und Nel ASA wichtige transformative Rollen ein, obwohl ihre Geschäftsmodelle kaum unterschiedlicher sein könnten. Shell (ISIN: GB00BP6MXD84 |WKN: A3C99G) steht als einer der weltweit größten Produzenten und Händler von Öl und Erdgas für die Sicherung der heutigen Energieversorgung, während Nel ASA (ISIN: NO0010081235 | WKN: A0B733) die Infrastruktur für eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft entwickelt.

Der britisch-niederländische Konzern Shell unterstrich seine operative Stärke im ersten Quartal 2026 mit einem den Aktionären zurechenbaren Gewinn von 5,7 Mrd. USD und reagierte auf die robuste Entwicklung mit einer Dividendenerhöhung um 5 % sowie einem weiteren Aktienrückkaufprogramm über 3 Mrd. USD. Gleichzeitig profitiert der Öl- und Gasriese von seiner weltweit führenden LNG-Infrastruktur, welche für Europa angesichts geopolitischer Spannungen und eines angespannten Gasmarktes zu einem unverzichtbaren Pfeiler der Versorgung geworden ist. Selbst langfristig dürfte Erdgas nach Einschätzung zahlreicher Marktbeobachter als Brückentechnologie unverzichtbar bleiben, da flexible Gaskraftwerke die wetterabhängige Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen absichern. Die Shell-Aktie hat den jüngsten Einbruch bei Öl mit 20 % Kursverlust durchlebt, Investoren schielen aber nun auf eine Dividendenrendite von über 4 % und ein 2026e KGV von 7,5. Das ist im historischen Vergleich nicht zu teuer!

Der norwegische Elektrolyseur-Pionier Nel ASA arbeitet daran, die technologische Grundlage für die nächste Entwicklungsstufe des europäischen Energiesystems zu schaffen. So erzielte das norwegische Unternehmen im ersten Quartal 2026 Umsätze von 148 Mio. NOK bei einem enttäuschenden EBITDA von minus 100 Mio. NOK. Zwar verbesserte sich der operative Verlust gegenüber dem Vorjahr, trotzdem mangelt es nach wie vor an öffentlichen Aufträgen. Nels moderne Elektrolyse-Technologien haben aber in den letzten Monaten gezeigt, dass sie Produktionskosten stellenweise senken und industrielle Prozesse unabhängiger von den Weltenergiemärkten machen. Für Europa entsteht daraus ein strategischer Vorteil, denn grüner Wasserstoff könnte künftig insbesondere in der Stahl-, Chemie- und Schwerindustrie fossile Energieträger ersetzen und gleichzeitig als saisonaler Energiespeicher dienen. Die Nel-Aktie hat in den letzten 3 Monaten eine Berg- und Talfahrt par excellence aufs Parkett gelegt. Zum Jahresstart bei 0,17 erfolgte im Mai eine Verdoppelung auf 0,36 EUR, um dann gegen Ende Juni wieder bei 0,205 EUR zu landen. Für risikobewusste Anleger oder Trader sei erwähnt, dass Nel ASA einer der liquidesten Auslandsaktien am deutschen Aktienmarkt verkörpert. Wann der Ausbau der europäischen Wasserstoffwirtschaft sich signifikant beschleunigt steht jedoch weiter in den Sternen. Den Break-Even wollte CEO Håkon Volldal in 2029/30 erreichen, er verlässt Nel aber in den nächsten 6 Monaten. Spekulativ!

Monumental Energy – Öl, Gas und Lithium in einem intelligenten Royalty-Modell vereint

Weit ab vom europäischen Kontinent existieren andere Geschäftsmodelle in Sachen Energie. Das kanadische Unternehmen Monumental Energy Corp (ISIN: CA61534D1087 | WKN: A3EYZW) setzt mit einem kapitalleichten Royalty-Modell auf kurzfristige Ölproduktion und den langfristigen Ausbau der Erdgasförderung im neuseeländischen Taranaki-Becken. Das Unternehmen fokussiert sich bewusst auf die Finanzierung und Optimierung bestehender Förderfelder anstatt auf kostspielige Exploration, wodurch das geologische Risiko deutlich reduziert und gleichzeitig eine schnellere Monetarisierung ermöglicht wird. Herzstück des Modells ist eine Vereinbarung mit New Zealand Energy, wonach Monumental die Investitionskosten ausgewählter Workover-Projekte übernimmt und zunächst 75 % der Nettoerlöse erhält, bis das eingesetzte Kapital vollständig zurückgeführt wurde. Anschließend verbleibt dem Unternehmen eine dauerhafte Royalty-Beteiligung von 25 % an den produzierten Mengen. Dieses Modell trifft auf einen Markt mit außergewöhnlich attraktiven Rahmenbedingungen, denn Neuseeland verfügt praktisch über keine Importmöglichkeiten für Erdgas, während jahrelang ausbleibende Investitionen zu einer strukturellen Angebotslücke geführt haben. Entsprechend erreichten die Gaspreise in den vergangenen Jahren zeitweise mehr als 30 USD je 1.000 Kubikfuß und liegen damit teilweise mehr als doppelt so hoch wie vergleichbare Preisniveaus in Nordamerika. Die Regierung hat die Zeichen der Zeit erkannt und stützt den Ausbau der heimischen Energieversorgung mit Förderprogrammen von rund 120 Mio. USD sowie Beteiligungsmodellen an neuen Gasprojekten. Ein durchaus dynamisches Versorgungsmodell, das auch in Europa Schule machen könnte, wenn wieder mehr Eigenproduktion angestrebt würde!

Operativ befindet sich Monumental bereits in der Phase wachsender Produktion. Aktuell liefern die vier Bohrungen Ngaere-1, Ngaere-2, Waihapa H1 und Copper Moki laufende Erlöse, während sechs weitere Projekte genehmigt beziehungsweise in Vorbereitung sind. Ngaere-2 erreichte nach Abschluss der Arbeiten eine stabile Produktionsrate von rund 300 Barrel Öl pro Tag und produzierte in der Anlaufphase bereits rund 3.000 Barrel Öl. Waihapa H1 entwickelte sich mit einer unstimulierten Förderleistung von etwa 568 Barrel täglich sogar besser als ursprünglich erwartet und unterstreicht das Potenzial der eingesetzten Workover-Strategie. Auch Copper Moki zählt zu den aussichtsreichen Reaktivierungsprojekten, nachdem das historische Feld bereits nahezu eine Million Barrel Öl hervorgebracht hat und durch technische Optimierungen erneut an die bestehende Infrastruktur angeschlossen wurde. Ebenso wird die Kapazität der Waihapa-Produktionsstation auf bis zu 4.000 Barrel pro Tag erweitert, sodass steigende Fördermengen ohne größere zusätzliche Infrastrukturinvestitionen verarbeitet werden können. Mit den geplanten Projekten Ngaere-3, Waihapa-4 und Toko-2B sowie weiteren Optimierungen bestehender Bohrungen strebt das Management bis Ende 2026 eine Gesamtproduktion von 1.200 bis 1.500 Barrel Öläquivalent pro Tag an.

Gemessen an einer aktuellen Börsenbewertung von lediglich rund 10 Mio. CAD erscheint diese Produktionsperspektive außergewöhnlich, zumal die Infrastruktur einen geschätzten Wiederbeschaffungswert von rund 100 Mio. NZD besitzt und bereits vollständig vorhanden ist. Messbare Wertschöpfung soll künftig aus technologischen Innovationen entstehen. Gemeinsam mit New Zealand Energy und einem auf Förderchemikalien spezialisierten US-Unternehmen wurde zu diesem Zweck eine exklusive Chemielösung entwickelt, welche die im Taranaki-Rohöl auftretenden Wachsablagerungen in Bohrlöchern, Pumpen und Lagertanks auflöst und deren Neubildung reduziert. Die Formulierung kann ohne kostenintensive Umbauten in bestehende Anlagen integriert werden, Tanks innerhalb von 24 bis 48 Stunden wieder förderfähig machen, nach etwa sieben Tagen stabile Fließbedingungen herstellen und innerhalb von rund 30 Tagen eine dauerhaft optimierte Produktionsleistung ermöglichen. Für Monumental bedeutet dies nicht nur niedrigere Betriebskosten und höhere Förderraten der eigenen Felder, sondern potenziell auch eine zweite margenstarke Einnahmequelle, da die exklusiven Vermarktungsrechte den Vertrieb der Technologie an weitere Produzenten im Taranaki-Becken ermöglichen könnten.

Darüber hinaus besitzt das Tariki-Gasprojekt erhebliches strategisches Potenzial: Die jüngsten Durchflusstests an Tariki-1A und Tariki-5A wurden erfolgreich abgeschlossen, das Projekt verfügt über ein geschätztes Ressourcenpotenzial von 17 bis 20 Milliarden Standardkubikfuß Erdgas und wurde bereits 2022 mit einem Nachsteuer-Nettobarwert von 37,1 Mio. NZD bewertet – eine Berechnung, die noch auf deutlich niedrigeren Gaspreisen basierte als heute. Die Finanzierung der nächsten Wachstumsphase wurde durch eine überzeichnete Privatplatzierung über rund 3 Mio. CAD sichergestellt, während steuerliche Verlustvorträge von etwa 30 Mio. NZD zukünftige Cashflows zusätzlich begünstigen können. Ergänzt wird das Portfolio durch eine 2 %-NSR-Royalty auf das chilenische Lithiumprojekt Salar de Turi mit einer Projektfläche von rund 8.500 Hektar, wodurch Monumental neben Öl und Erdgas auch an einem potenziellen Lithiumentwicklungsprojekt partizipiert. Aus Investorensicht vereint das Unternehmen damit ein skalierbares Royalty-Modell, bereits laufende Produktion, mehrere kurzfristige Produktionskatalysatoren, technologische Alleinstellungsmerkmale, erhebliche Gasoptionen sowie eine zusätzliche Lithium-Exponierung. Ganz schön viel werthaltige Assets für diesen Börsen-Winzling! Risikobewusste Anleger sammeln im Bereich 0,08 bis 0,10 CAD ein!

Fazit

Die europäische Energieversorgung steht unter keinem guten Stern. Während die Politik dogmatisch in Richtung Dekarboniserung läuft, sind wichtig Kriterien der Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleistet. Auch die Industrie kann auf keine stabilen Rahmenbedingungen bauen. Das verhindert Investitionen und schadet dem Wirtschafts-Standort sowie dem mittelfristigen Wachstum. Shell und Nel ASA müssen mit diesen Vorgaben leben. Das unter Orban abtrünnige Ungarn spielt nach der Neuwahl eines pro-EU orientierten Premiers nun eine Sonderrolle, da es noch Lieferungen aus Russland bezieht, aber auch eigene Rohstoff-Reserven ausbeuten kann. CanCambria ist hier vor Ort ausgezeichnet positioniert und schreitet schnell voran. Monumental Energy spielt in Neuseeland und Chile seine Stärken über ein ausgezeichnetes Royalty-Geschäftsmodell aus. Eine gute Streuung von Sektoren und Ländern verhindert stärkere Portfolioschwankungen.

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