Unsere Aktienportfolios bleiben auch im Krisenjahr Marktoutperformer

Die Corona Pandemie hatte die Welt 2020 im Griff. Seit dem ersten Quartal kam es zu spürbaren Beeinträchtigungen im Alltags- und Berufsleben bei fast jedem. Die Aktienmärkte reagierten auf die Virusausbreitung mit stärkeren Kurseinbrüchen. Um das Wirtschaftsleben zu stabilisieren, setzte Deutschland wie auch die EU milliardenschwere Unterstützungsmaßnahmen ein. Auch die EZB legte ein Anleihen-Kaufprogramm auf, das zuletzt auf 1,85 Bio. Euro aufgestockt wurde und aktuell bis März 2022 laufen soll. Womit trotz schwerer Krise kaum zu rechnen war, trat ein: die Aktienmärkte erholten sich nach und nach im Zuge der Geldschwemme. Der DAX oder Dow Jones bildeten V-Formationen im Chartbild aus und im DAX kam es zum Jahresende zu einem neuen Allzeithoch. Der Erholungsprozess der deutschen Wirtschaft geriet durch den erneuten Lockdown zum Jahresende dennoch ins Stocken. So prognostiziert das DIW Berlin für 2020 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,1%.

Der DAX schloss auf Jahressicht mit einem Plus von 3,5%. Von der Krise besonders profitieren konnte der Essenslieferant Delivery Hero mit 80% Kursgewinn, wenngleich die Aktie erst seit September im DAX gelistet ist. Durch das erstarkte Halbleitergeschäft stieg Infineon um 55% und der Pharmakonzern Merck legte um 33% zu. Mit dem Wirecard Skandal gab es 2020 auch den ersten insolventen DAX-Konzern. Damit einhergehend wird es Änderungen beim deutschen Leitindex geben. So soll der DAX u.a. ab September 2021 auf 40 Werte aufgestockt werden.

Trotz des Krisenjahres liefen die Nebenwerte wiederum besser als der DAX. Der MDAX legte um 8,8%, der SDAX um 18,0% und der TecDAX um 6,6% auf Jahressicht zu.

Bewertungsniveau gestiegen

Das Bewertungsniveau im DAX stieg zum Ende 2020 auf 19,7 (Vorjahr: 15,8) und liegt damit aktuell im langjährigen Schnitt der letzten 30 Jahre. Dementsprechend ist der Anstieg beim DAX 2020 aber stärker als die fundamentale Entwicklung gewesen. Die Dividendenrenditen liegen durchschnittlich in etwa bei attraktiven 3%. Das Dow Jones KGV, langfristig um 25, stieg dagegen von 21,0 auf 29,5 zum Ende von 2020. Hier kann man folglich von einer leichten Überbewertung ausgehen. So stiegen diesbezüglich die US Indizes 2020 mit dem Dow Jones um 6,8%, dem S&P 500 um 16% und dem Nasdaq-100 um 47%.

Im Zuge der sich ausbreitenden Pandemie zog auch der Goldpreis über das Jahr an und lag in der Spitze Anfang August bei über 2000 USD je Feinunze. Seitdem konsolidiert der Preis wieder etwas. In Dollar stieg Gold um 24%, in Euro um 13%.

Die Schätzungen für die Inflationsrate in Deutschland für 2020 liegen, begünstigt durch die zeitweise Absenkung der Mehrwertsteuer, bei 0,5%. Die Preissteigerungen dürften 2021 dahingehend wieder stärker anziehen.

Ausblick auf 2021 verhalten optimistisch

Im Ausblick auf 2021 sind die Erwartungen zumindest verhalten optimistisch. Nach den Herausforderungen im abgelaufenen Corona-Jahr an Wirtschaft und Handel geht man von Verbesserungen aus. Im dritten Quartal 2020 konnte die Industrie in Deutschland bereits wieder deutlich zulegen und der private Konsum stieg nach Lockerungen wieder an. Letztendlich hängt die weitere Entwicklung viel von der Normalisierung des alltäglichen Lebens ab.

Gründe für weiter steigende Aktienkurse können veränderte Rahmenbedingungen 2021 durch die nun verfügbaren Impfstoffe sein. Die weiterhin expansive Geldpolitik, die Nullzinsen und der zuletzt geschlossene Brexit Deal heben zudem die Stimmung für Aktien. Für Deutschland spielen auch Faktoren eine Rolle, ob es zu einer Verbesserung der Handelsbeziehungen mit den USA kommen wird und wie die weitere Entwicklung in China aussieht, was für die deutschen Exporte wichtig ist. Gegenwärtig wird ein deutsches Wirtschaftswachstum von etwa 4-5% in 2021 und darüber hinaus auch eine weltweite Konjunkturerholung erwartet.

Kontinuierliche Marktoutperformance unserer Aktienportfolios

Unsere Aktienportfolios aus den deutschen und europäischen Nebenwertestudien konnten sich auch 2020 weiter deutlich positiv entwickeln. Seit dem Start 2016 wurden mit einer Buy & Hold Strategie die gängigen Indizes deutlich übertroffen.

Die Nebenwerte Deutschland-Studie von Smallcap-Research umfasst ein Portfolio von 19 Werten, das mit 16% Performance 2020 erneut besser als DAX (0,4%), MDAX (7%) oder TecDAX (5%) lief. Lediglich der SDAX liegt mit ebenfalls 16% mit dem Portfolio gleich auf. Zur einfacheren Vergleichbarkeit sind hierfür wie bisher die Kursindizes herangezogen, d.h. ohne Berücksichtigung der Dividenden.

Seit Veröffentlichung der Studie 2016 liegt das Portfolio nun bei einer Rendite von 143% (zzgl. Dividenden). Keiner der genannten Indizes kam im gleichen Zeitraum nur annähernd an eine solche Performance. Der TecDAX schaffte seither zumindest 98% (DAX 40%). Der Anbieter von Haushaltsprodukten Leifheit konnte von der gestiegenen Nachfrage in der Krise profitieren und war im Portfolio 2020 mit 84% Kursgewinn die stärkste Aktie. Seit Beginn 2016 liegen IVU Traffic Technologies mit 391% und Bechtle mit 360% ganz vorne.

Auch das europäische Nebenwerteportfolio von Smallcap-Research mit 16 Werten aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich, der Schweiz, Spanien und Portugal erreichte 2020 eine Rendite von knapp 10% (vor Dividenden) und liegt damit besser als der EuroStoxx 50 (-4,5%) und auch über dem etwas breiter aufgestellten europäischen NEXT 150 Index (3,2%). Seit dem Start 2016 konnte das Portfolio die Vergleichsindizes mit einem Plus von über 48% (vor Dividenden) ebenfalls klar übertreffen (EuroStoxx 50 hier mit 20,5% und NEXT 150 mit 28,5%). Überflieger 2020 war der niederländische Schlafzimmerausstatter Beter Bed mit 86%. Seit Beginn liegt das schweizer Kunststoffunternehmen Gurit Holding mit nun 290% vorne.

Die Corona Krise wird unser Alltagsleben noch eine ganze Weile bestimmen. Aktien bleiben für Anleger dabei nach wie vor interessant. Die expansive Geldpolitik, die niedrigen Zinsen oder das prinzipiell im Durchschnitt liegende Bewertungsniveau bei deutschen DAX-Aktien bilden die Rahmenbedingungen für einen optimistischen Ausblick für Aktien in 2021.

Wir wünschen vor allem Gesundheit und ein erfolgreiches neues Börsenjahr!

Herzlichst,

Ihr Karl Miller

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert sein.

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Verfasst von Karl Miller

Karl Miller, Diplom-Kaufmann Univ., ist Chefanalyst bei SmallCap Research mit über 10 Jahren Erfahrung in der Aktienmarktanalyse, Unternehmensbewertung und Investment Research. Darüber hinaus auch Beratertätigkeiten im Fondsmanagement, in der Vermögensverwaltung, im Bereich der Finanzierung und Investor Relations. Diverse Publikationen in Börsenbriefen und Finanzzeitschriften wie Finanz-Betrieb oder FOCUS-MONEY.

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